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"Kille Wau" - in Dietfurt sind die Chinesen los | BR24

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Dietfurt verwandelt sich wieder in Bayrisch-China. Traditionell am Unsinnigen Donnerstag versammeln sich Tausende Faschingsnarren zum großen Chinesenumzug - der wird erstmals von einer Drachen-Prinzessin statt einem Kaiser angeführt.

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"Kille Wau" - in Dietfurt sind die Chinesen los

Dietfurt verwandelt sich wieder in Bayrisch-China. Traditionell am Unsinnigen Donnerstag versammeln sich Tausende Faschingsnarren zum großen Chinesenumzug - der wird erstmals von einer Drachen-Prinzessin statt einem Kaiser angeführt.

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In Bayern geht die närrische Jahreszeit in den Endspurt: In Dietfurt im Altmühltal findet am Unsinnigen Donnerstag der Chinesenfasching mit seinem traditionellen Maskenumzug statt. Das Motto lautet dieses Jahr: "Kille Wau und Tscheimitschi Tscheng - wer hod an neuen Kaiser g’seng?"

Die Rolle des Kaisers ist unbesetzt

Denn es gibt eine Besonderheit in diesem Jahr: Es fand sich kein Hauptdarsteller für die Rolle des Kaisers. Der bisherige Anführer "Fu-Gao-Di" ist 2019 nach drei Jahren Amtszeit zurückgetreten - seitdem ist die Stelle unbesetzt. Es fand sich schlichtweg niemand. Deshalb lenkt am Donnerstag ab "13.61 Uhr" erstmals eine Drachen-Prinzessin den Drachenwagen durch die Stadt.

Dann wird man auch endlich sehen, wer hinter dieser mysteriösen Figur steckt. Bisher wurde sie nämlich geheim gehalten. Die Drachenprinzessin wird den Dietfurtern als mystische Seherin dabei helfen, einen neuen Kaiser zu finden.

Nach dem Straßenumzug geht in den Wirtshäusern und Kneipen der Stadt das närrische Treiben weiter.

Dietfurts Bayrische Chinesen

Der Dietfurter Chinesenfasching, bei dem sich das Städtchen Dietfurt an der Altmühl jedes Jahr am Unsinnigen Donnerstag von den frühen Morgenstunden bis in die Nacht hinein in ein buntes "Bayrisch-China-Reich" verwandelt, spielt auf eine alte Anekdote an, so ein Sprecher der Stadt. Der Bischof von Eichstätt schickte einst seinen Kämmerer nach Dietfurt, damit er dort nach dem Rechten sehe und die Steuern eintreibe. Die Dietfurter ließen ihn nicht durch die Stadttore - und der Kämmerer berichtete dem Bischof verärgert, die Dietfurter verschanzten sich "wie die Chinesen hinter ihrer Mauer".

Im Jahr 1928 verkleideten sich dann die Musiker der Stadtkapelle Dietfurt im Fasching erstmals als Chinesen, 1954 folgte das "Kaisertum" in der heutigen Form. Der traditionelle Ruf der Dietfurter ist "Kille Wau".

2021 mit Kaiser, Kaiserin oder sogar Kaiserpaar

Zu Gast sind voraussichtlich auch echte Chinesen aus der Partnerstadt Dietfurts, Nanjing. Seit Jahren pflegen die Dietfurter ihre Beziehungen nach China. Übrigens: Die Verantwortlichen sind zuversichtlich, dass es 2021 wieder einen Kaiser oder eine Kaiserin oder aber auch ein Kaiserpaar in Dietfurt gibt.

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