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© BR/Katharina Häringer
Bildrechte: privat/Judith Zwerenz

Kloster Schweiklberg verpachtet Wald an einen Unternehmer. Dieser will dort Kies abbauen.

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Kiesabbau statt Waldwirtschaft? Kloster in der Kritik

Es geht um den Fortbestand des Klosters. Um sich finanziell über Wasser zu halten, verpachtet das Kloster Schweiklberg in Vilshofen seinen Wald an einen Unternehmer, der dort Kies abbauen will. Dagegen gibt es Widerstand von einer Bürgerinitiative.

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Von
  • Katharina Häringer
  • BR24 Redaktion

Früher haben die Klosterbrüder aus Schweiklberg in Vilshofen im Landkreis Passau selbst in Werkstätten gearbeitet. Heute ist von den 20 Brüdern die Hälfte älter als 80 Jahre, erzählt Bruder Clemens. Deshalb brauche es neue Einnahmequellen. Denn das katholische Kloster ist wirtschaftlich unabhängig, es bekommt keine Regelzuweisung aus der Kirchensteuer. "Wir bestimmen unser Leben als Kloster selbst", sagt der Cellerar.

Bürgerinitiative organisiert Kundgebung

Was er damit meint: Das Kloster verpachtet neun Hektar Wald an einen Unternehmer, der dort Kies abbauen will. Die Pläne stehen am Anfang, Untersuchungen laufen, noch liegt gar keine Abbaugenehmigung vor. Dennoch wird der Widerstand lauter: Nach Unterschriftenaktionen und offenen Briefen will eine Bürgerinitiative aus Anwohnern und Waldbesitzern jetzt auch erstmals mit einer Kundgebung ein Zeichen setzen.

Gerade ein Kloster habe Verantwortung

Judith Zwerenz organisiert die Kundgebung. Sie ist auch Waldbesitzerin im sogenannten Marterberger Holz und räumt ein, dass der Wald, um den es geht, von Sturm und Borkenkäfer stark zerstört wurde. Dennoch sagt sie: "Wir haben unseren Teil wieder aufgeforstet, denn als Waldbesitzer hat man Verantwortung. Dieses große zusammenhängende Waldgebiet darf nicht zerstört werden. Und schon gar nicht von einem Kloster. Das ist unmoralisch." Unterstützung bekommt die Bürgerinitiative von den Grünen sowie vom Bund Naturschutz.

Gespräch in Planung

"Worte wie 'unmoralisch' und 'Profitgier' tun mir weh", sagt Bruder Clemens. "Was soll unmoralisch daran sein, wenn ich etwas unternehme, um die Klostergemeinde über Wasser zu halten?" Der Wirtschaftsverwalter des Klosters will dem Wunsch von Bund Naturschutz und Grünen nach einem Gespräch nachkommen - wenn es die Kontaktbeschränkungen zulassen. Gleichzeitig macht er aber klar: Der Pachtvertrag sei "immens wichtig" für das Überleben des Klosters.

Ob und ab wann Kies abgebaut wird, ist derzeit noch nicht klar. Naturschutz, Wasserrecht, Baurecht, all das müsse überprüft werden, sagt Vilshofens Bürgermeister Florian Gams (SPD). Noch liege der Stadt gar kein Antrag vor.

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