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"Kickboxer-Prozess" Würzburg: Angeklagter gesteht Vergewaltigung | BR24

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Es geht um heimlich gefilmte Sexvideos und die Vergewaltigung mehrerer Frauen: Im "Kickboxer-Prozess" hat ein 31-Jähriger vor dem Landgericht Würzburg ein Geständnis abgelegt.

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"Kickboxer-Prozess" Würzburg: Angeklagter gesteht Vergewaltigung

Es geht um heimlich gefilmte Sexvideos und die Vergewaltigung mehrerer Frauen: Im "Kickboxer-Prozess" hat ein 31-Jähriger vor dem Landgericht Würzburg ein Geständnis abgelegt. Zuvor hatten sich Anklage und Verteidigung auf einen Strafrahmen geeinigt.

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  • BR24 Redaktion

Eigentlich sollte sich der "Kickboxer-Prozess" noch bis zum Sommer ziehen. Doch jetzt scheint ein schnelles Prozessende möglich: Der 31-jährige Hobby-Kickboxer hat die Vorwürfe der Anklage zugegeben und über seinen Anwalt ein Geständnis abgelegt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann mehrere Fälle der Vergewaltigung vor. Außerdem soll er mehr als zehn Frauen heimlich gefilmt haben, als er mit ihnen Sex hatte. Vor dem Geständnis hatten sich Staatsanwalt, Anwälte und Gericht auf einen Strafrahmen verständigt, um das Verfahren abzukürzen und den Opfern eine Aussage zu ersparen.

Knappes Geständnis

Staatsanwalt Tobias Knahn hatte zu Prozessbeginn am Dienstag angekündigt, ohne Geständnis des Angeklagten stelle er sich eine Haftstrafe "im deutlich zweistelligen Bereich" vor. Das Gericht um den Vorsitzenden Richter Thomas Schuster begrüßte die Absprache im Sinne einer Verfahrensverkürzung, die gerade bei Sexualstraftaten "den Opfern die traumatische Erfahrung erspart, ihre Erlebnisse im Zeugenstand schildern zu müssen". Die Kammer hatte dem Angeklagten für ein volles Geständnis eine Haftstrafe von siebeneinhalb bis zehn Jahren in Aussicht gestellt. Außerdem sei es in dem Fall unwahrscheinlicher, dass der Deutsche nach dem Verbüßen seiner Strafe zur Sicherungsverwahrung weiter im Gefängnis bleiben müsse, sagte der Vorsitzende Richter.Nach einer halbstündigen Beratung mit ihrem Mandanten verlas einer der Anwälte das knappe Geständnis: Darin erklärte der 31-Jährige, dass er an der weiteren Aufklärung mitwirken wolle und weitere Ausführungen an den kommenden Prozesstagen folgen würden.

Weitere mutmaßliche Opfer meldeten sich

Der Prozess hatte bereits Ende Juni 2020 begonnen. Im August wurde er dann allerdings unterbrochen. Während der Verhandlungen hatten sich weitere Frauen an die Staatsanwaltschaft gewandt, die ähnliche Vorwürfe erheben: Es geht um heimliches Filmen beim Sex, bis hin zu Vergewaltigungsvorwürfen.Der ehemalige Lehramts-Student hatte seine Bekanntschaften unter anderem über Dating-Plattformen wie Tinder oder Lovoo kennengelernt. Vor Gericht gab der Hobby-Kickboxer damals schon zu, beim Sex mit einer Laptop-Kamera oder dem Handy gefilmt zu haben - ohne das Wissen der Betroffenen.

Der Prozess gegen den 31-jährigen Würzburger wird am Donnerstag fortgesetzt.

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