"Engine Start Stop" steht auf einem Knopf in einem Auto.
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In Burgebrach und Hirschaid sind erneut Fahrzeuge gestohlen worden, die mit dem Keyless-Go-System ausgestattet waren. Maßnahmen können helfen.

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Keyless-Go-Autos ohne Schlüssel gestohlen: Das hilft gegen Diebe

Im Landkreis Bamberg wurden in der Nacht zum Donnerstag zwei Autos gestohlen, die mit dem "Keyless-Go"-System ausgestattet waren. Dabei machen sich Diebe eine Sicherheitslücke zu nutze. Besitzer können sich aber mit Maßnahmen davor schützen.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten Franken am .

In Oberfranken sind erneut Fahrzeuge geklaut worden, die mit dem sogenannten Keyless-Go-System ausgestattet waren. Wie die Polizei mitteilt, wurden in der Nacht zum Donnerstag je ein solches Fahrzeug in Burgebrach und eines in Hirschaid, beides im Landkreis Bamberg, gestohlen.

Fahrzeuge ohne Schlüssel werden gestohlen

Keyless-Go beschreibt ein System, um ein Fahrzeug ohne aktive Benutzung eines Autoschlüssels zu entriegeln und durch das bloße Betätigen des Startknopfes oder einen Tritt auf die Bremse zu starten. Nach Angaben der Polizei nutzen Diebe in solchen Fällen einen sogenannten Reichweitenverlängerer, um das eigentlich nur wenige Meter reichende Signal von einem Schlüssel, der sich im Haus befindet, bis zum Auto zu verlängern. Ein solches Gerät könne von Kriminellen mit Material aus dem Baumarkt für rund 100 Euro selbst gebaut werden.

Im Frühjahr hatte es in Franken bereits mehrere Diebstähle von Fahrzeugen mit der Keyless-Go-Technologie gegeben. Innerhalb einer Woche waren zum Beispiel fünf Autos in den Landkreisen Hof und Bayreuth gestohlen worden. Die Polizei sprach damals von einer gängigen Masche.

Hüllen oder Deaktivierung können helfen

Die Polizei appelliert deshalb an Autofahrer mit einem solchen Keyless-Go-System, die Schlüssel mit funkdichten Hüllen oder auch mit Alufolie abzuschirmen. Damit könne das Funksignal nicht verlängert werden. Laut ADAC sei es keine sichere Lösung, Alufolie um en Schlüssel zu wickeln. Auch aus abschirmenden Hüllen könnten Funkwellen teilweise nach außen gelangen.

Laut ADAC sollten Fahrzeuge mit Keyless-Go-Technologie am Besten in Garagen abgestellt werden. Zudem sollten die Funkschlüssel nicht nahe von Türen, Fenstern oder Außenwänden abgelegt werden. Eine weitere Maßnahme zum Schutz sei es, das System beim Hersteller des Fahrzeuges deaktivieren zu lassen.

Autohersteller haben Maßnahmen ergriffen

Zum Schutz vor Dieben haben einige Autohersteller bereits Maßnahmen gegen ergriffen. So hat unter anderem der britische Automobilhersteller Land-Rover seit Jahren ein Elektronik-Teil verbaut, das den Diebstahl von "Keyless-Go"-Autos verhindert, in dem die Zeit gemessen wird, die das Funksignal vom Schlüssel bis zum Auto benötigt. Andere Hersteller setzen auf einen Bewegungssensor im Schlüssel.

Erst im Frühjahr wurden in Oberfranken mehrere teure Autos mit Keyless-Go-System gestohlen. Weil die geklauten Fahrzeuge keinerlei Einbruchspuren aufweisen, gestalte sich die Nachverfolgung schwierig, heißt es von der Polizei.

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