Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Sozialministerin Schreyer verteidigt Senkung der Kita-Gebühr | BR24

© picture-alliance/dpa

Bayerns Sozialministerin Kerstin Schreyer (CSU)

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Sozialministerin Schreyer verteidigt Senkung der Kita-Gebühr

Seit 1. April bezuschusst der Freistaat jeden Kindergartenplatz mit 100 Euro aus Haushaltsmitteln. Die vom Bayerischen Obersten Rechnungshof geäußerte Kritik an solchen ständigen Ausgaben kann Sozialministerin Schreyer nicht nachvollziehen.

Per Mail sharen

Bayerns Sozialministerin Kerstin Schreyer (CSU) hat eine Qualitäts- und Fachkräfteoffensive für bayerische Kindergärten und Kindertagesstätten angekündigt. "Wir entlasten die Eltern bei den Kosten und wir investieren in Qualität", sagte sie im Interview mit der radioWelt auf Bayern 2.

"Kind ist Kind" - auch beim Kita-Zuschuss

Seit 1. April bezuschusst der Freistaat jeden Kindergartenplatz in Bayern mit 100 Euro aus Haushaltsmitteln. Das Geld werde ohne Bedürftigkeitsprüfung für jedes Kindergartenkind bezahlt, so Schreyer im Interview.

"Man muss immer überlegen, wieviel Antragsprüfung man macht oder ab wann man sich entscheidet, es möglichst einfach zu machen. Kind ist Kind. Und jedes Kind hat ein Recht auf Bildung. Deswegen bekommt jeder, der einen Kita-Platz braucht, den Beitrag gesenkt." Kerstin Schreyer

Der Freistaat gibt dafür 200 Millionen Euro jährlich aus.

Kritik an Kritik des Rechnungshofs

Die vom Bayerischen Obersten Rechnungshof geäußerte Kritik an solchen ständigen Ausgaben kann Schreyer nicht nachvollziehen.

"Wie es dazu kommt, dass der Oberste Rechnungshof das Gefühl hat, die Politik für ihre Beschlüsse zu rügen, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Die Koalition hat als Familien-Koalition entschieden, den Familien das Geld zur Verfügung zu stellen. Dass der ORH sich andere Dinge wünscht, mag sein. Wir werden als Politik trotzdem an der Förderung der Familien festhalten." Kerstin Schreyer

Kompromiss mit den Freien Wählern

Der Zuschuss für die Beiträge kann erst mit einem gültigen Staatshaushalt ausbezahlt werden, der erst im Mai beschlossen wird. Die Beitragssenkung ab 1. April hatte deshalb bei einigen Kindertagesstätten für Durcheinander gesorgt. Das bittet Schreyer nun zu entschuldigen.

"Ich habe dem Kabinett vorgeschlagen, ab September zu bezahlen, weil dann das Kindergartenjahr beginnt. Die Freien Wähler, in Person Hubert Aiwanger, wollten schon zum 1. Januar rückwirkend. Es ist wie in jeder guten Ehe, man schließt dann einen Kompromiss. Das ist jetzt der 1. April. Ich habe darauf hingewiesen, dass wir da keinen Haushalt haben. Es war den Kollegen wichtiger, dass wir die Eltern gleich mit mehr Geld entlasten. Wir werden deshalb einen Sonderabschlag im Juni machen, damit das Geld gleich an die Kommunen ausbezahlt werden kann." Kerstin Schreyer

Erziehungsberufe attraktiver machen

Um auch die Qualität der Kinderbetreuung im Freistaat zu steigern, kündigte Schreyer eine Offensive an. Dazu soll die Ausbildung in den Erziehungsberufen auch für Quereinsteiger attraktiver gemacht und die tariflichen Regelungen bei der Bezahlung überprüft werden, damit besonders die Fachkräfte im Erzieherberuf bleiben.

Für Leitungsaufgaben in den Einrichtungen soll es einen spürbaren Verwaltungsbonus geben. Trotz des Erziehermangels an vielen Orten in Bayern will es Schreyer nicht zulassen, dass deshalb an der Qualität der Kinderbetreuung gespart werde. "Mit mir wird es keine Qualitätssenkung geben", so Schreyer im Interview mit Bayern 2.