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5.000 Liter Kerosin sind am Campus der TUM in Garching ausgelaufen. Eine Gefahr, dass der Treibstoff ins Trinkwasser gerät, besteht nach Einschätzung der Experten nicht. Aber der Treibstoff fließt Richtung Isar.

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Kerosin-Unfall in Garching: Behörden beschwichtigen

Auf dem Gelände der Technischen Universität München in Garching sind am Wochenende knapp 5.000 Liter hochgiftiges Kerosin ausgelaufen. Eine Gefahr für das Garchinger Trinkwasser soll aber offenbar nicht bestehen.

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Von
  • David Friedman

Etwa 5.000 Liter Kerosin sind nach Wartungsarbeiten in Garching auf dem Gelände der Technischen Uni ausgelaufen. Eine erste Entwarnung vom Wasserwirtschaftsamt gibt es bereits: Offenbar besteht keine Gefahr für das Trinkwasser der Gemeinde Garching. Laut Christian Leeb, dem Leiter der Behörde, führt die Fließrichtung des Grundwassers weg von Garching Richtung Norden. Außerdem werde in dem betreffenden Gebiet ohnehin kein Trinkwasser gefördert.

Kerosin ausgelaufen: Unglückursache noch unklar

Der Unfall ereignete sich am vergangenen Wochenende. Knapp 5.000 Liter Kerosin waren aus einer Pumpstation des Turbinen-Teststandes der "Fakultät für Luftfahrt, Raumfahrt und Geodäsie" in einen sandgefüllten Sickerschacht geflossen. Weshalb das Kerosin ausgelaufen ist, konnte noch nicht geklärt werden. Möglicherweise war bei Bauarbeiten einer Fremdfirma ein Leck an der Pumpstation entstanden. Arbeiter hatten in der vergangenen Woche an der Pumpstation Umbauten vorgenommen. Ein Mitarbeiter der Technischen Universität München bemerkte erst am Montag, dass der Kerosintank leer war. Daraufhin verständigte die TU-München die Baufirma, die Kripo und das zuständige Wasserwirtschaftsamt.

Kerosin wandert Richtung Isar

Erste Bohrungen eines Gutachters haben jetzt ergeben, dass das Kerosin bis ins Erdreich gelangt ist und sich langsam ausbreitet. Mit einer Fließgeschwindigkeit von drei bis fünf Metern pro Tag wandert das Kerosin Richtung Isar. Zwischen TU-Campus und Isar liegt aber ein U-Bahn-Tunnel mit sogenannten "Dükern" drumherum – das sind Kiespackungen, die das Grundwasser um den Tunnel herumführen und an die Oberfläche drücken. Laut Wasserwirtschaftsamt ist es möglich, an diesen "Dükern" das Kerosin wieder "einzufangen", damit es nicht in die Isar fließt. Die Wasser-Experten führen noch zahlreiche Probebohrungen durch, um sich ein genaueres Bild von der Ausbreitung des Kerosins im Boden zu machen.

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