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Das Atomkraftwerk Isar 2 musste wegen eines defekten Ventils heruntergefahren werden.

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Kernkraftwerk Isar 2 wegen Störung heruntergefahren

Kernkraftwerk Isar 2 wegen Störung heruntergefahren

Im Atomkraftwerk Isar 2 im Kreis Landshut ist ein Leck an einem Ventil im Inneren der Anlage entdeckt worden. Der Meiler musste deswegen vom Netz gehen. Der Schaden ist inzwischen genauer inspiziert worden. In der Nacht soll Isar 2 wieder ans Netz.

Das Kernkraftwerk Isar 2 in Essenbach bei Landshut ist am Sonntagmorgen gegen 5.30 Uhr wegen einer Störung abgeschaltet worden. Das teilte der Betreiber PreussenElektra mit. Grund war demnach ein Leck an einem Regelventil am Speisewassersystem im nicht-nuklearen Teil der Anlage. Es sei Wasserdampf ausgetreten, der nicht radioaktiv sei, so eine Sprecherin von PreussenElektra. Es bestand laut Betreiber keine Gefahr für die Bevölkerung. Das Leck war bei einem routinemäßigen Anlagenrundgang entdeckt worden.

Dichtung gewechselt

Die Dichtung konnte nach Informationen des Bayerischen Rundfunks inzwischen gewechselt werden. Nach Abschluss aller Prüfungen soll der Reaktor im Lauf des Montags wieder hochgefahren werden. Läuft alles nach Plan, könnte Isar 2 gegen Mitternacht wieder Strom liefern und ans Netz gehen.

Stromversorgung sichergestellt

Im Normalfall produziert der Reaktor rund zwölf Prozent des in ganz Bayern verbrauchten Stroms. Die Verbraucher haben das Abschalten gar nicht mitbekommen. In solchen Fällen greife ein europaweites Strom-Verbundnetz, erklärte eine Sprecherin des Netzbetreibers Tennet auf BR-Anfrage. Zudem gibt es für solche Fälle in Deutschland Reserve-Gaskraftwerke, die in Bereitschaft stehen und schnell hochgefahren werden können. Im aktuellen Fall musste Tennet als Netzbetreiber nach eigener Aussage jedoch gar nicht aktiv werden. Einer Sprecherin zufolge konnte der Isar 2-Betreiber PreussenElektra selbst für den nötigen Ausgleich sorgen.

Gaskraftwerke als Sicherheitspuffer

Um grundsätzlich für Notfälle besser gerüstet zu sein, werden derzeit auch die sogenannten "besonderen netztechnischen Betriebsmittel“ durch die Netzbetreiber ausgebaut. Hierzu wird unter anderem in Irsching bei Ingolstadt ein neues Gaskraftwerk mit einer Leistung von 300 Megawatt errichtet. Gemeinsam mit weiteren Standorten wie in Biblis sollen so insgesamt weitere 1200 Megawatt bis Oktober 2022 zur Verfügung stehen. Diese kommen jedoch nicht im Regelbetrieb zum Einsatz, sondern sind ausschließlich als Sicherheitspuffer für die Stromversorgung gedacht.

Grüne befürchten "Pannenmeiler"

Weil es auch im Dezember ein meldepflichtiges Ereignis im Atomraftwerk Isar 2 gab, fürchtet die Grünen-Landtagsabgeordnete Rosi Steinberger, Isar 2 könnte zum Ende seiner Laufzeit zum "Pannenmeiler" werden. Der Reaktor wird Ende des Jahres als letztes bayerisches Atomkraftwerk abgeschaltet.

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