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Kempten hat zum ersten Mal ein eigenes Stadtmuseum | BR24

© BR/Doris Bimmer

Das neue Stadtmuseum beschäftigt sich nicht nur mit der Geschichte Kemptens, sondern zum Beispiel auch damit, wie es den Bürgern heutzutage in der Stadt geht. Der Eintritt ist frei. Die Stadt hat mehr als acht Millionen Euro in das Museum investiert.

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Kempten hat zum ersten Mal ein eigenes Stadtmuseum

Das neue Stadtmuseum beschäftigt sich nicht nur mit der Geschichte Kemptens, sondern zum Beispiel auch damit, wie es den Bürgern heutzutage in der Stadt geht. Der Eintritt ist frei. Die Stadt hat mehr als acht Millionen Euro in das Museum investiert.

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Ein Museum für die ganze Stadt soll es werden, für Jung und Alt, für Alteingesessene und Neubürger, heißt es im Kemptener Rathaus. Museumsleiterin Christine Müller Horn erklärt im BR-Gespräch, die KemptenerInnen „hätten sich einen gemütlichen Ort gewünscht, wo sie sich gerne aufhalten. Und sie hätten gerne einen Ort, wo sie aktiv sein können.“ Im neuen Stadtmuseum will sie beides unter einen Hut bringen.

Das ungewöhnliche Konzept des Stadtmuseums Kempten

Wer ein traditionelles Museum erwartet, in dem Epoche auf Epoche folgt, dürfte enttäuscht werden. Das Kempten-Museum erläutert natürlich die Geschichte der Stadt, aber eben nicht nur. Es spiegelt auch die Gegenwart in Kempten wider. Statt geschichtliche Daten wie auf einer Perlenkette aneinanderzureihen, entschieden sich die Museumsmacher dafür, die Stadtgeschichte in elf Themengebiete zu unterteilen. Jedem Thema wurde ein Raum gewidmet – mal geht’s um Verkehr, mal um Gesundheit, Kempten als neue Heimat, Glaube oder die Beziehung von Macht und Ohnmacht.

Ein Museum ganz nah an den Kemptner Bürgern

Laut Kulturamtsleiter Martin Fink ziehen sich die Verweise auf die Römer so sichtbar durch das Museum wie durch die Stadt. Das Besondere aber: In jedem Raum steht auch ein Heute-Exponat. Das seien oft sehr überraschende Ausstellungsstücke, so Fink: „Im Macht-Raum, da hängt natürlich ein Richtschwert, da hängen römische Münzen, die zeigen, hier ist der Kaiser. Aber es ist eben auch ein kleiner Lippenstift zu sehen.“ Alle Heute-Exponate hätten einen ganz persönlichen Bezug zu den Menschen, die in Kempten leben.

Mehr als achteinhalb Millionen Euro für das Stadtmuseum

Weiteres Highlight, auf das die Museumsmacher stolz sind: das Stadtmodell in 3D, nach Angaben von Museumsleiterin Müller Horn das bayernweit größte Modell einer Stadt im 3D-Druck. Gekostet hat das neue Haus rund 8,6 Millionen Euro, die ursprünglichen Planungen sahen Ausgaben von 5,7 Millionen Euro vor. Begründet wurden die höheren Kosten unter anderem mit den sprunghaft angestiegenen Preisen von Baufirmen.

Besuche im Stadtmuseum kosten nichts

Bis jetzt hatte Kempten kein spezielles Museum, das sich nur mit der Stadt, ihrer Geschichte und ihren Besonderheiten beschäftigte. Das Kempten-Museum soll künftig ein Ort der Begegnung, des Austauschs und der Diskussion sein, das neue Wohnzimmer der Stadt, so Oberbürgermeister Thomas Kiechle. Damit möglichst viele Menschen das Museum besuchen können, wurde auch auf Barrierefreiheit geachtet. Und der Eintritt ist frei – nicht nur am kommenden Wochenende, sondern generell. Alle Infos zum Haus und zum Eröffnungswochenende auch im Internet unter Kempten-Museum.

© BR/Michaela Neukirch

„Herr Zumstein“ übergibt den Schlüssel an OB Thomas Kiechle

© BR/Doris Bimmer

Kempten-Museum im Zumsteinhaus

© BR / Doris Bimmer

Das Museum als Ort der Begegnung, des Austauschs und der Diskussion

© BR/Michaela Neukirch

Besucher des Stadtmuseums in Kempten

© BR/Doris Bimmer

Vor der Eröffnung des Stadtmuseums in Kempten gab es eine "Generalprobe". Die Bürger, die das Museum mitgestaltet haben, durften es sehen, noch bevor es offiziell eröffnet worden ist. Doris Bimmer hat sie begleitet.