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Der sogenannte Joggerin-Mörder vor Gericht
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BR24 Redaktion
Guido Fromm
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Der sogenannte Joggerin-Mörder vor Gericht

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte entscheidet heute in letzter Instanz über eine Beschwerde des verurteilten "Joggerin-Mörders" aus Kelheim. Er sieht durch seine nachträglich angeordnete Sicherungsverwahrung seine Menschenrechte auf Freiheit und Sicherheit verletzt.

Joggerin bei Kelheim erwürgt

Der Mann sitzt seit 2008 in Sicherungsverwahrung, in einem eigens für diesen Zweck errichteten Gebäude der JVA Straubing. 1997 hatte er als 19-Jähriger in einem Wald bei Kelheim eine damals 31 Jahre alte Joggerin erwürgt und sich anschließend an der Leiche vergangen. 1999 verurteilte ihn das Regensburger Landgericht für die Tat zu zehn Jahren Haft nach Jugendstrafrecht.

Schon einmal vor Menschengerichtshof

Nach Verbüßung dieser Strafe kam der Mann aufgrund neuer Gesetze in Sicherungsverwahrung, nachdem gleich mehrere Gerichte betont hatten, dass er gefährlich sei. Anfang 2017 befasste sich dann schon einmal der Menschenrechtsgerichtshof mit dem Fall: Damals befand er es für rechtmäßig, dass deutsche Gerichte in einem solchen Fall die Sicherungsverwahrung anordnen dürfen.

Sicherungsverwahrung in Deutschland

Sicherungsverwahrung verhängen deutsche Gerichte anders als die Haft nicht als Strafe, sondern als präventive Maßnahme. Sie soll die Bevölkerung vor Tätern schützen, die ihre eigentliche Strafe für ein besonders schweres Verbrechen bereits verbüßt haben, aber weiter als gefährlich gelten. Die Bedingungen müssen aber deutlich besser sein als im Strafvollzug; ein Schwerpunkt muss auf einem guten Therapieangebot liegen.