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Kelheim macht sich bereit: Hochwasser-Meldestufe 4 erwartet | BR24

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Die Hochwasserlage spitzt sich auch in Ostbayern zu: An der Donau in Kelheim könnte der Wasserstand in der Nacht auf die höchste Warnstufe anschwellen, so das Wasserwirtschaftsamt Landshut. Aber die möglicherweise Betroffenen sind darauf vorbereitet.

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Kelheim macht sich bereit: Hochwasser-Meldestufe 4 erwartet

Die Hochwasserlage spitzt sich auch in Ostbayern zu: An der Donau in Kelheim könnte der Wasserstand in der Nacht auf die höchste Warnstufe anschwellen, so das Wasserwirtschaftsamt Landshut. Doch die Kelheimer sind darauf vorbereitet.

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Im Katastrophenschutzlager in Kelheim ist alles schon vorbereitet. Rachid Brehler, einer der Zugführer der Freiwilligen Feuerwehr, zeigt auf großen braune Ballen, die sich meterhoch an den Wänden stapeln. Darin sind die noch leeren Sandsäcke.

"Wir haben ca. 400.000 Sandsäcke gelagert. Wir haben zwei automatische Sandsackfüllmaschinen, wo auf einmal rund zwölf Personen arbeiten können und jeder dann den Sandsack automatisch füllen kann." Rachid Brehler, Freiwillige Feuerwehr
© BR/Andreas Wenleder

Kelheim ist mit rund 400.000 Sandsäcken auf das Hochwasser vorbereitet.

"Unzerstörbare" Hochleistungspumpen

Neben neuen Hochleistungspumpen sind auch zwei ältere Pumpenmodelle noch immer gefragt, die hier in der Halle stehen. Denn die sogenannten Pracht-Pumpen sind fast nicht kaputt zu kriegen, sagt Brehler: "Eine hat einmal einen Randstein eingesaugt, aber der Pumpe hat nichts gefehlt."

Erinnerungen an das große Pfingsthochwasser 1999

Hätte sich der Hochwasserschutz nicht in den letzten Jahren in Kelheim stark verbessert, wären jetzt sicher schon wieder Feuerwehrler beim Schaufeln. Bei einer Lage wie heute müssten schon längst wieder Sandsäcke gefüllt werden, etwa beim großen Pfingsthochwasser 1999.

"Da haben mindestens 50 Mann Sandsäcke geschaufelt. 1999 sind auch andere Feuerwehren gekommen, weil man das alleine nicht schaffen konnte." Rachid Brehler, Freiwillige Feuerwehr

Verbesserter Hochwasserschutz seit zwanzig Jahren

Doch der Hochwassersschutz - insbesondere am stark gefährdeten Kloster Weltenburg - ist mittlerweile viel besser als noch im Jahr 1999: Wasserbarrieren, bessere Fensterabdichtungen und Pumpen können das Wasser in den meisten Fällen gut abhalten.

Meldestufe 4 in Kelheim erwartet: Auch bewohntes Gebiet betroffen

Noch heute wird mit den ersten Vorbereitungen für den Aufbau der Anlagen begonnen werden, teilt die Feuerwehr mit. Und auch in der Stadt Kelheim werden die Hochwasserpumpen inspiziert. Denn bei Meldestufe 4, die erreicht werden könnte, wäre auch bewohntes Gebiet betroffen.

Die Kelheimer bleiben aber größtenteils entspannt.

"Ich kann es nicht ändern, wenn es mir auch Sorgen bereitet." Passantin
"Da bin ich total entspannt. Ich wohne in Saal und auf einem Berg draußen, das ist ein bisschen höher." Passant
"Wenn es kommt, dann kommt es." Passantin
"Ich habe heute einmal geschaut und ich glaube nicht, dass es so dramatisch wird, wie wir es schon einmal gehabt haben." Passant

Anwohner sind Einiges gewohnt

Früher sei die Lage in ähnlichen Situationen viel dramatischer gewesen. Vor allem vor dem Bau des Rhein-Main-Donaukanals.

"Wenn Sie zum Weißen Brauhaus hintergehen, da ist eine Markierung an der Wand, da sieht man, was es früher für Wasserstände gab." Passant
"Man ist auch immer dabei, die Dammanlagen zu überprüfen und auszubessern, wenn es notwendig ist. Bei uns wird sehr viel gemacht." Passant

Einsatzkräfte auf "Stand-by"

Auch Bürgermeister Horst Hartmann sieht seine Stadt gut gerüstet.

"Wir können damit umgehen, die Einsatzkräfte sind auf Stand-by. Wir werden heute Abend um 17 Uhr den Hochwasserschutz in Weltenburg am Kloster aufbauen. 6,10 Meter ist sehr viel Wasser. Aber eine relativ normale Sache." Bürgermeister Horst Hartmann

Kein Ausruhen für Kelheim

Aber auch wenn Kelheim die Lage wohl dieses Mal wieder im Griff hat, ausruhen kann sich die Stadt langfristig nicht:

"Ich glaube, das ist eine permanente Aufgabe, weil sich auch Umweltbedingungen ändern, Hochwasser kommen meistens schneller, also muss man ständig dran bleiben. Wir werden uns auch in den nächsten Jahren das ganze Thema im Bereich Kelheim nochmal anschauen - neben den normalen Prüfungen von Hochwasserdämmen, die ja sowieso jährlich stattfinden." Bürgermeister Horst Hartmann
© BR/Andreas Wenleder

Die Donau in Kelheim - die Anwohner hier sind Einiges gewohnt.

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Autor
  • Andreas Wenleder
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