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Garmisch: Keine weiteren Corona-Fälle durch "Superspreaderin" | BR24

© pa/dpa/Lino Mirgeler

Corona-Test in Garmisch-Partenkirchen

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    Garmisch: Keine weiteren Corona-Fälle durch "Superspreaderin"

    Obwohl eine mutmaßliche "Superspreaderin" in Garmisch-Partenkirchen auf Kneipentour war, kommt der Ort wohl glimpflich davon. Weitere 300 Corona-Tests fielen negativ aus. Ganz vorbei ist der Alarm allerdings noch nicht.

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    In Garmisch-Partenkirchen entspannt sich die Lage weiter: Auch bei den 300 Corona-Tests vom Montag sind keine neuen Infektionen festgestellt worden. Das gab das Landratsamt bekannt. Es war befürchtet worden, dass eine 26-jährige US-Amerikanerin, die auf Kneipentour war, obwohl sie mit dem Coronavirus infiziert ist, viele Menschen angesteckt haben könnte.

    "Superspreaderin" trotz Quarantäne in Garmisch unterwegs

    Bereits nach den Massentests vom Wochenende konnte gestern vorsichtig Entwarnung gegeben werden. Nur drei von rund 740 Getesteten sind ebenfalls infiziert. Die drei betroffenen Deutschen waren zur selben Zeit in den Kneipen wie die als "Superspreaderin" bekannt gewordene Frau.

    Die 26-Jährige war trotz Symptomen und Quarantäneanordnung im Garmischer Nachtleben unterwegs. In einem Hotel für US-Streitkräfte und deren Familien, in dem die Frau arbeitet, sind 25 Beschäftigte infiziert. Das Hotel ist seit Montag für zwei Wochen geschlossen.

    Unklar ist weiterhin, ob die insgesamt 28 Fälle wirklich allein auf die Frau zurückzuführen sind, oder ob es andere Quellen gibt. Denn auch wer innerhalb des Hotels wen angesteckt hat, ist offen. Damit ist fraglich, ob die junge Frau tatsächlich eine "Superspreaderin" ist - wie von den örtlichen Behörden zunächst dargestellt.

    Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung

    Die Staatsanwaltschaft München leitete bereits ein Ermittlungsverfahren gegen die Frau ein. Es geht um den Verdacht auf fahrlässige Körperverletzung. Landrat Anton Speer (Freie Wähler) betonte, die Frau habe "wissentlich die Quarantäne nicht eingehalten".

    Auch die US-Streitkräfte in Garmisch-Partenkirchen gehen dem Fall mittlerweile nach. "Es gibt eine Untersuchung der Umstände durch die US-Armee", sagte ein Sprecher der US-Streitkräfte in Bayern. Welche Konsequenzen das für die Frau haben kann, wurde nicht mitgeteilt.

    Probleme durch falsche Angaben in Registrierungslisten

    Für den Ort am Fuß der Zugspitze bleibt ein gewisses Restrisiko bestehen. Denn die Ermittlungsarbeit vom Gesundheitsamt gestaltet sich schwierig. Fast zwei Drittel aller Namen und Telefonnummern auf den Registrierungslisten in den betroffenen Lokalen seien falsch, sagt Hansjörg Wiesböck vom Gesundheitsamt. So ließen sich eventuelle Infektionsketten nur schwer nachverfolgen.

    Landrat Speer appelliert deshalb weiter an alle jungen Leute, die zwischen dem 2. und 8. September 2020 im Peaches und im Irish Pub in Garmisch-Partenkirchen waren, sich testen zu lassen. Die Teststation am Parkplatz am Alpspitz-Wellenbad ist weiter von 16.00 bis 20.00 Uhr geöffnet.

    Inzidenzwert in Garmisch-Partenkirchen weiter über 50

    Im Landkreis Garmisch-Partenkirchen liegt der Inzidenzwert weiter über der kritischen Marke von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Die vier neuen positiven Corona-Fälle, die der Landkreis heute vermeldete, stehen laut Landratsamt nicht in Zusammenhang mit der Kneipentour.

    Bereits am Freitag hatte das Landratsamt für den Ort Beschränkungen verhängt. Gaststätten müssen um 22.00 Uhr schließen, maximal fünf Menschen dürfen sich im öffentlichen Raum treffen. An Privatveranstaltungen dürfen höchstens 50 Personen in geschlossenen Räumen oder 100 Personen draußen teilnehmen. Diese Auflagen gelten vorerst weiter.

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