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Keine Volksfeste: Augsburger Schausteller finden Alternativen | BR24

© BR/Christian Wagner

Der Frühjahrsplärrer ist ausgefallen. Ab wann wieder größere Volksfeste stattfinden können, weiß zurzeit keiner. Deshalb verkaufen jetzt einige Augsburger Schausteller ihre gebrannten Mandeln oder Crepes mitten im Wohngebiet. Die Kunden finden es gut

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Keine Volksfeste: Augsburger Schausteller finden Alternativen

Der Frühjahrsplärrer ist ausgefallen. Ab wann wieder größere Volksfeste stattfinden können, weiß zurzeit keiner. Deshalb verkaufen jetzt einige Augsburger Schausteller ihre gebrannten Mandeln oder Crepes mitten im Wohngebiet. Die Kunden finden es gut

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Bis in den Herbst hinein sind fast alle Volksfeste abgesagt, zu groß erscheint auf Monate die Gefahr, dass sich hunderte oder tausende Menschen im fröhlichen Gedränge mit dem Corona-Virus infizieren. Für viele Schausteller und Marktleute bedeutet das, dass sie keine Einnahmen haben. Aber einige Schausteller aus Augsburg hat die Not - nach dem abgesagten Osterplärrer - erfinderisch gemacht.

Ein Hauch von Volksfest in der Garageneinfahrt

Zum Beispiel Carina Lutzenberger. Sie hat ihren Verkaufsstand in einer Garageneinfahrt im Augsburger Stadtteil Pfersee aufgebaut. Dort verkauft sie jetzt gebrannte Mandeln, Popcorn, Zuckerwatte und Schokofrüchte - mit Erlaubnis des Vermieters. Der Hauch von Volksfest trifft einen Nerv, sagt ihr Mann Tobi Radi: "Die Leute freuen sich, über den Duft von Mandeln und Crepes". Ein echter Farbtupfer im kargen Corona-Alltag, für die Schausteller-Familie aber geht’s ans Eingemachte: Mit den Einnahmen können sie immerhin Miete und Lebensmittel bezahlen.

Schausteller ohne Volksfeste - eigentlich undenkbar

Ein Frühjahr ohne Volksfest ist für Carina Lutzenberger eigentlich undenkbar: "Ich war noch nie in meinem Leben an Ostern zuhause, es war immer Plärrer. Wenn man zuhause sitzen nicht gewohnt ist, kann man das auch einfach nicht. Ich würde depressiv werden". Ganz ähnlich geht es ihrer Kollegin Manuela Weiss ein paar Kilometer weiter in der Firnhaberau im Augsburger Norden. Im Jahrmarkt-Stand vor ihrem Haus macht sie Crepes. Kempten, Sonthofen, Günzburg, Leipheim – überall würden sie Station machen, aber alle Volksfeste sind abgesagt.

Ein bisschen Volksfest-Flair in der Innenstadt?

Ostern fängt die Saison bei Familie Weiss eigentlich an, Weihnachten endet sie, mit dem Ende des Christkindlesmarktes. Jetzt machen Markus und Manuela Weiss fast jeden Tag von 11 bis 18 Uhr ihren Stand daheim auf, der Lech ist nicht weit, sie hoffen auf Spaziergänger. Und sie hoffen auf die Stadt Augsburg. Die könnte doch den Verkauf von gebrannten Mandeln und Schokofrüchten auf den Plätzen in der Innenstadt erlauben, mit allen Abstands-Geboten. Der zuständige Ordnungsreferent Dirk Wurm sagt uns, dass die Anfragen dazu auf seinem Tisch liegen. So schnell wie möglich würde entschieden, versprechen könne er aber noch nichts.

Die Hoffnung auf kleine Volksfeste

Familie Weiss hofft, dass dieses Jahr doch noch irgendwo kleine Volksfest oder Veranstaltungen abgehalten werden können. Stand heute (29.4.) dauert die Durststrecke der Schausteller mindestens bis Ende August. Umso mehr freuen sich Manuela und Markus Weiss über jeden, der sich vom Volksfest-Duft anlocken lässt.