Zimmer in einem Altenheim (Symbolbild)

Zimmer in einem Altenheim (Symbolbild)

Bildrechte: picture alliance/Zoonar/Robert Kneschke
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    Keine versuchte Tötung: Vorwürfe gegen Altenpfleger herabgestuft

    Keine versuchte Tötung: Vorwürfe gegen Altenpfleger herabgestuft

    Die Staatsanwaltschaft ermittelt in Todesfällen von Senioren gegen einen ehemaligen Pfleger eines Altenheims im Kreis Cham. Der Vorwurf der versuchten Tötung wurde fallen gelassen. Ermittelt wird unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung.

    Der Vorwurf der versuchten Tötung gegen einen 24-jährigen Altenpfleger im Landkreis Cham ist herabgestuft worden. Bei ihren Ermittlungen wegen mehrerer - teils Jahre zurückliegender Todesfälle von Senioren eines Altenheims - geht es jetzt um den Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung und der Misshandlung Schutzbefohlener. Das hat die Staatsanwaltschaft Regensburg am Montag dem BR bestätigt.

    Exhumierungen: Verdacht erhärtete sich nicht

    Im Zuge der Ermittlungen gab es auch drei Exhumierungen. Bisher, so die Staatsanwaltschaft Regensburg, konnte man aber bei keinem der untersuchten Todesfälle nachweisen, dass ein strafrechtlich relevantes Handeln oder Unterlassen des Beschuldigten vorliegt, das zum Tod der Person geführt hätte.

    Bei den exhumierten Leichen ergab die Obduktion nur im Fall einer alten Frau Hinweise auf einen Sturz als mögliche Todesursache. Jedoch sei bisher unklar, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft, ob die Seniorin selbst gestürzt war oder ob es eine Fremdeinwirkung gab. Allerdings sei eine Beurteilung bei allen drei Exhumierungen generell schwierig gewesen, weil die Menschen schon längere Zeit begraben waren.

    Altenpfleger drückte Mann Kissen auf das Gesicht

    Seit Februar wird gegen den Pfleger ermittelt. Damals hatte der 24-Jährige einem alten Mann in einem Pflegeheim ein Kissen auf das Gesicht gedrückt, solange bis das Opfer "Atemprobleme bekam", so die Staatsanwaltschaft, und bis außerdem eine Kollegin in das Zimmer kam. Der Pfleger hatte das Kissen dann wieder heruntergenommen, der alte Mann überlebte.

    Ermittlungen dauern an

    Weil die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind, ist auch noch keine Anklage gegen den 24-Jährigen erhoben worden. Erst wenn das der Fall ist, wird auch klar sein, ob der Tatvorwurf nun auf versuchte Tötung, gefährliche Körperverletzung oder Misshandlung Schutzbefohlener lauten wird. Wie lange die Ermittlungen noch dauern, ist offen. Kranken- und Pflegeunterlagen seien noch nicht vollständig ausgewertet worden. Zum anderen liege auch das forensisch-psychiatrische Gutachten über den 24-Jährigen noch nicht vor.

    Der ehemalige Altenpfleger bleibt laut Staatsanwalt vorerst in einem Bezirksklinikum.

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