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Keine Übungen wegen Corona: Verlernt die Feuerwehr das Retten? | BR24

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Die Feuerwehrschulen in Bayern stehen still. Corona bedingt dürfen auch keine Übungen mehr stattfinden. Was macht das mit den Feuerwehrfrauen und -männern?

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Keine Übungen wegen Corona: Verlernt die Feuerwehr das Retten?

Die Feuerwehrschulen in Bayern stehen still. Coronabedingt dürfen auch keine Übungen mehr stattfinden. Was macht das mit den Feuerwehrfrauen und -männern? Hat die Pandemie auch Auswirkungen auf den Nachwuchs?

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Von
  • Rudolf Heinz
  • BR24 Redaktion

Die Corona-Pandemie treibt dem Kreisbrandrat des Landkreises Amberg-Sulzbach die Sorgenfalten auf die Stirn. Normalerweise ist Fredi Weiß jeden Tag bei seinen Feuerwehfrauen und -männern, doch wegen des Lockdowns sieht man sich fast nur noch digital. Doch alles über Webseminare abzufangen, funktioniert nicht.

Fit bleiben trotz Pandemie

Vor allem die wichtigen körperlichen Übungen fallen weg. "Gerade im Bereich Atemschutz, wo körperliche Fitness und schnelle Handgriffe wichtig sind - da ist es sehr schwer. Letztes Jahr konnten wir noch im Freien trainieren, doch seit November ist Schluss", sagt Weiß. Schwere Feuerwehreinsätze machen auch in einer Corona-Pandemie keine Pause. Die über 320.000 aktiven Feuerwehrfrauen und -männer in Bayern sind zu jeder Zeit gefordert und müssen körperliche Höchstleistungen bringen. In dieser Zeit fit zu bleiben ist nicht einfach, denn auch die Fitnessstudios haben geschlossen.

Sport zu Hause und Fitness durch Arbeit

Verena Stiegler ist Atemschutzträgerin bei der Feuerwehr in Auerbach im Kreis Amberg-Sulzbach. Und gerade Atemschutzgeräteträger sind enorm gefordert - vor allem körperlich. Mit einer 20 Kilogramm schweren Feuerwehrmontur samt Atemschutzgerät müssen sie in brennende Gebäude.

Verena holt sich ihre Fitness derzeit in der Arbeit, sie macht eine Ausbildung zur Pflegefachfrau. "Da bin ich körperlich sowieso gefordert", erzählt sie im BR-Interview. Auch Fabian Kussinger treibt Sport - aber zu Hause. Der 23-Jährige ist Atemschutzträger bei der Stadtfeuerwehr Waldmünchen im Kreis Cham. Er versucht, so oft wie möglich draußen zu laufen und in der Wohnung macht er Kraftübungen.

Sorge um den Nachwuchs

Was alle in der Feuerwehr vermissen, ist die Kameradschaft und das gemeinsame Training. Auch wenn Übungen derzeit nicht möglich sind, sieht Kreisbrandrat Fredi Weiß die Arbeit der Feuerwehr noch lange nicht in Gefahr. Er sorgt sich vielmehr um den Nachwuchs. Welche Auswirkungen Corona darauf hat, kann er noch gar nicht absehen.

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