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Keine Stellungnahme von Brose auf Böhmermann-Kritik | BR24

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Der Satiriker Jan Böhmermann hat im ZDF den Automobilzulieferer Brose aus Coburg angegriffen. Firmengründer Max Brose war NSDAP-Mitglied.

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Keine Stellungnahme von Brose auf Böhmermann-Kritik

Der Satiriker Jan Böhmermann hat im ZDF den Automobilzulieferer Brose aus Coburg angegriffen. Die Stadt habe eine Straße nach dem Unternehmensgründer Max Brose benannt, der NSDAP-Mitglied war. Das Unternehmen will sich dazu nicht äußern.

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Von
  • Richard Padberg

Der Coburger Automobilzulieferer Brose wird keine Stellungnahme zu den Äußerungen von ZDF-Moderator Jan Böhmermann über die oberfränkische Unternehmer-Familie abgeben. Auch Michael Stoschek, der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung der Brose Unternehmensgruppe, werde sich nicht zu der Satire-Show vom Freitag äußern, hieß es auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks.

Für Böhmermann begann der Reichtum von Brose in der Nazi-Zeit

Böhmermann hatte in der ZDF-Sendung "Magazin Royale" Verschwörungstheorien aufgegriffen. Dabei ging er auf verschiedene Unternehmerfamilien in Deutschland ein, die durch Zwangsarbeit während der NS-Zeit wirtschaftliche Vorteile erlangt hatten. Böhmermann erwähnte unter anderem auch den Unternehmensgründer Max Brose aus Coburg, der als Nazi und Wehrwirtschaftsführer den Grundstein für den Reichtum der Familie Stoschek gelegt habe.

Für den Satiriker können Reiche ganz leicht Politik machen

Als der Coburger Stadtrat dem Wunsch Michael Stoscheks 2004 nicht nachgekommen war, eine Straße nach seinem Großvater zu benennen, habe Stoschek die finanzielle Unterstützung für die Stadt eingestellt, so Böhmermann. Im Jahr 2015 stimmte der Stadtrat schließlich doch für die Umbenennung der Straße. Böhmermann stellte am Freitag in der Sendung die Frage, wozu man ausgedachte Verschwörungstheorien brauche, wenn Reiche, wie Michael Stoschek, so "super-easy Politik und Gesellschaft gestalten können."

Stadt Coburg: Satire darf alles

Die Stadt Coburg fühle sich von Böhmermanns Aussagen nicht angegriffen, teilte Pressesprecher Louay Yassin auf BR-Anfrage mit. Satire dürfe alles. Sie dürfe auch zuspitzen und es mit den Fakten mal nicht ganz so genau nehmen. Die Umbenennung in Max-Brose-Straße sei eine klare Entscheidung des Stadtrates gewesen, die mit großer Mehrheit getroffen wurde. Es sei nicht die Aufgabe der Stadtverwaltung, einen Entscheid des Stadtrates zu kommentieren, so Yassin weiter.

Stadtrat will Wirtschaftsgeschichte aufarbeiten lassen

Im Zuge der damaligen Diskussion war vom Stadtrat einstimmig eine wissenschaftlich-historische Aufarbeitung der Zeit zwischen 1900 und 1950 in Coburg beschlossen worden.

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