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Keine Spur vom ausgebüxten Ochsen - aber Gnadenbrot ist sicher | BR24

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Der vor dem Schlachter geflohene Ochse aus Brunnen im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen soll nicht im Wurstkessel landen, sondern ein Gnadenbrot bekommen - wenn er wieder auftaucht.

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Keine Spur vom ausgebüxten Ochsen - aber Gnadenbrot ist sicher

Neues vom Ochsen, der in Donaumoos vor dem Schlachter geflohen ist: Tierretter aus Allmannshofen bei Augsburg haben dem Bauern den Ochsen abgekauft. Damit ist ihm das Gnadenbrot sicher - wenn er wieder auftaucht und nicht erschossen werden muss.

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Der ausgebüxte Ochse aus Brunnen im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen im Donaumoos soll nicht im Wurstkessel landen, sondern ein Gnadenbrot bekommen - wenn er wieder auftaucht. Der Tierschutz-Verein Rüsselheim aus Allmannshofen bei Augsburg habe den Ochsen dem betroffenen Bauern abgekauft, bestätigte Doris Rauh, die Vorsitzende des Vereins. Die Hoffnung sei nun, dass er nicht erschossen werden müsse. Derzeit fehlt von dem Bio-Ochsen jede Spur.

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Ein Ochse ist auf dem Weg zur Schlachtbank ausgebüchst und noch nicht wieder aufgetaucht. Wahrscheinlich weiß er nicht, dass es schon einen Gnadenhof in Schwaben gibt, der ihn aufnehmen würde ...

Großeinsatz mit Feuerwehr und Polizeihubschrauber

Die Polizei hatte den Ochsen das ganze Wochenende gesucht. Im Einsatz waren Jäger, mehrere Streifen, die Feuerwehr und sogar ein Polizeihubschrauber. Am Sonntag wurde die aktive Suche dann ohne Erfolg eingestellt. "Er ist noch flüchtig", sagte Philipp Kirmse, Leiter der Polizeiinspektion Schrobenhausen. Das Gebiet sei weitläufig. Von dem Tier geht laut Polizei keine Gefahr aus. Dennoch betont Kirmse, dass sich Spaziergänger nicht als Tierfänger versuchen sollten: "Wenn man ihn sieht, sollte man Abstand halten und die Polizei alarmieren."

Zieht sich der Ochse in den Wald zurück?

Die Tierretter vom Verein Rüsselheim hoffen nun, dass sich das etwa 500 Kilo schwere und zwei Jahre alte Tier anderen Kühen anschließt. Rinder seien Herdentiere. Und die Polizei sucht weiter, unter anderem bei den Bauern in der Umgebung. Es könne aber auch sein, dass sich der Ochse in den Wald zurückziehe und verwildere, sagt Tierretterin Rauh. Kühe seien ursprünglich Waldtiere. Das bestätigt auch ein von der Polizei bei der Suche hinzugezogener Veterinär.

Erinnerungen an die Kuh Yvonne

Der Fall weckt Erinnerungen an die Kuh Yvonne aus dem Raum Mühldorf am Inn. Deren spektakuläre Flucht im Sommer 2011 machte die Kuh über Deutschland hinaus berühmt. Sie büxte ihrem Besitzer aus und war dann fast 100 Tage auf der Flucht. Immer wieder entwischte sie, obwohl Suchtruppen mit Hubschrauber und Wärmebildkamera nach ihr fahndeten.

Yvonne-Fanclubs bildeten sich damals - und sogar aus Indien kamen Aufrufe, Yvonne zu retten. Am Ende wurde sie vom Münchner Ex-Tierparkchef Henning Wiesner und Aiderbichl-Mitarbeiter mit Hilfe von Betäubungspfeilen eingefangen und lebte noch acht Jahre auf dem Gnadenhof Gut Aiderbichl bei Deggendorf.

Nicht immer geht die Flucht gut aus

Für den Tierschutz-Verein Rüsselheim wäre der Ochse nicht das erste gerettete Tier. Da gab es schon die schwimmende Kuh Hanna, die auf der Flucht vor der Schlachtbank in Mecklenburg-Vorpommern die Müritz durchquerte. Und die Kuh Johanna aus Kaiserslautern, die später auf einem Gnadenhof ein Kalb zur Welt brachte.

Doch nicht immer geht die Flucht vor dem Schlachter gut aus: Erst am Donnerstag vergangene Woche wurde ein Jungochse in Vilsheim im Landkreis Landshut mit Einwilligung des Eigentümers erschossen. Der Ochse war auf eine Bundesstraße gelaufen. Ähnliches ereignete sich kurz zuvor in Unterfranken. Eine Kuh war beim Ausladen vor dem Schlachthof ausgebrochen. Wie die Polizei mitteilte durchquerte die Kuh mehrere Gärten, schwamm sogar im Main und lief über Bahngleise. Schließlich konnte sie unweit eines Schulgeländes eingefangen werden. Das aufgeschreckte Tier wurde von Einsatzkräften erschossen.

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