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Viele Lehrer in Bayern sind Beamte. Aber bei weitem nicht alle. Manche haben nicht einmal einen unbefristeten Vertrag. Heute wurde entschieden: Alles bleibt vorerst beim Alten.

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Befristete Verträge für Lehrer sind weiter möglich

Viele Lehrer in Bayern sind Beamte. Aber bei weitem nicht alle. Manche haben nicht einmal einen unbefristeten Vertrag. Heute wurde im Ausschuss öffentlicher Dienst entschieden: Alles bleibt vorerst beim Alten.

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Ein Religionslehrer, der befristet an einer Berufsschule unterrichtet, ohne seine Zukunft planen zu können, eine Musiklehrerin, die immer wieder Verträge an einem Gymnasium bekommen hat und plötzlich auf der Straße steht – keine Einzelfälle, sagt Simone Strohmayr von der SPD. Manchmal bekämen Lehrer mit befristeten Verträgen nicht einmal die Sommerferien bezahlt.

"Wir bilden auf Staatskosten Lehrerinnen und Lehrer aus. Dann stellen wir sie bis zu dreimal befristet ein und dann können diese Lehrkräfte nicht mehr beim Staat ein Anstellungsverhältnis bekommen. Die sind verbrannt." Simone Strohmayr, SPD

Um wie viele Lehrer es aktuell genau geht, konnte eine Vertreterin des Kultusministeriums heute im Ausschuss öffentlicher Dienst nicht sagen.

SPD will befristete Verträge ganz abschaffen

Die SPD fordert, befristete Verträge an Schulen ganz abzuschaffen. Die Grünen wollen, dass Lehrer nach zwei Befristungen eine Festanstellung bekommen - und fordern, die Sommerferien immer zu bezahlen. Auch die AfD will Befristungen auf ein Minimum beschränken.

Verbesserungen wollen auch die CSU und die Freien Wähler, die die Regierung stellen. Im Wahlkampf hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in der "BR Wahlarena" angekündigt, befristete Arbeitsverträge von Lehrern weitgehend abzuschaffen. Diese werde es künftig praktisch nicht mehr geben.

Im Koalitionsvertrag hat Schwarz-Orange beschlossen, ein Sonderprogramm einzuführen. Befristet angestellte Lehrer sollen unter bestimmten Umständen verbeamtet werden, die Details werden aktuell geklärt.

"Wir haben ja im Doppelhaushalt jetzt vorgesehen, dass zur Verabschiedung im Mai jeweils 2019 und 2020 über 1.000 Stellen netto dazukommen an Lehrerstellen. Und dies sollte die Situation wenigstens größtenteils entspannen." Andreas Jäckel, CSU

Befristungen und Kettenverträge sind weiter möglich

Abschaffen wollen die Regierungsfraktionen Befristungen aber nicht, auch so genannte Kettenverträge sollen weiter möglich sein. Man brauche flexible Vertretungen bei Krankheit und Elternzeit von Lehrern.

Die Konsequenz: Die Anträge von SPD und Grünen wurden am Dienstag mit den Stimmen von CSU, Freien Wählern, AfD und FDP abgelehnt.

Von
  • Lisa Weiß
  • Maximilian Heim
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