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Schüler neben einer Teststation

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    Keine Meldepflicht für positive Corona-Tests an Schulen

    Wie viele Schüler testen positiv auf das Coronavirus? Man weiß es nicht. Zwar müssen Kinder und Jugendliche seit der Rückkehr aus den Osterferien zweimal pro Woche einen Selbsttest machen. Doch die Schulen müssen das Ergebnis nicht melden.

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    Von
    • Jeanne Rubner

    Schulen müssen nicht melden, wie viele Schülerinnen und Schüler positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Schon vergangene Woche hatte das Bayerische Kultusministerium eine Erhebung der Zahlen abgelehnt, mit dem Hinweis, dass der bürokratische Aufwand für die Schulen zu groß sei. Dabei bleibt es derzeit, teilt die oberste Schulbehörde dem BR auf Anfrage mit.

    Nur öffentliche Schulen melden

    Ganz ahnungslos ist das Kultusministerium allerdings nicht, was positive Corona-Fälle unter Schülern und Lehrern betrifft. Am Münchner Salvatorplatz weiß man zumindest teilweise, wie viele sich infiziert haben. Wer einen positiven PCR-Test hat, darf nämlich nicht ins Klassenzimmer und wird vom Präsenzunterricht befreit. Und diese Zahl wird von den Schulen gemeldet. Laut Kultusministerium betraf das zuletzt etwa 0,2 Prozent der Schüler und ebenfalls 0,2 Prozent der Lehrkräfte.

    Erfasst werden allerdings nur die öffentlichen Schulen, von den privaten Einrichtungen gibt es keine Zahlen. Bekannt werden naturgemäß auch nur die positiven Testergebnisse von Schülerinnen und Schülern im Präsenzunterricht– das sind derzeit insgesamt nur etwa 30 Prozent.

    Ergebnisse gerade bei Jugendlichen interessant

    Für die Zahl der Ansteckungen mit SARS-CoV2 bei Kindern und Jugendlichen interessieren sich Fachleute sehr. Bislang ist die Datenlage unklar, was zu kontroversen Diskussionen darüber führt, wie sicher der Schulbetrieb ist.

    Helmut Küchenhoff von der Münchner Ludwig-Maximilians Universität würde eine Erhebung der positiven Schnelltests begrüßen. Vor allem wäre es interessant, die Zahlen nach Kreisen oder Regierungsbezirken aufzuschlüsseln und mit den Meldeinzidenzen zu vergleichen, so der Statistik-Professor. Daraus würden sich auch Hinweise auf Falschpositivquoten bei den Selbsttests ergeben. Die Wissenschaft würde eine Meldepflicht für positive Testergebnisse demnach begrüßen.

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