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40 Markttage fielen der Zirbenschreinerei Senega aus Rott am Inn dieses Jahr aufgrund der Corona-Pandemie weg. Doch die Chefin nimmt es bisher gelassen. Wie viele Händler verkauft sie einen Teil ihrer Ware inzwischen online.

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Keine Märkte wegen Corona: Handwerker setzen auf Online-Geschäft

40 Markttage fielen der Zirbenschreinerei Senega aus Rott am Inn dieses Jahr aufgrund der Corona-Pandemie weg. Doch die Chefin nimmt es bisher gelassen. Wie viele Händler verkauft sie einen Teil ihrer Ware inzwischen online.

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Von
  • Dagmar Bohrer-Glas

Zirbenduft soll gut sein gegen Stress - vielleicht ist Andrea Senega aus Rott am Inn im Landkreis Rosenheim deshalb relativ gelassen, obwohl die Lage für Handwerker derzeit alles andere als rosig ist. Denn seit dem Frühjahr ist ihnen eine wichtige Möglichkeit weggebrochen, ihre Ware zuverkaufen: Die Märkte.

Seit März kein Markttag mehr

Dabei liebt Senega es, auf Märkten zu verkaufen. Gerade jetzt in der Adventszeit fehle ihr das Ratschen mit den Leuten und diese gewissen Stimmung - und natürlich die Einnahmen selbst, erzählt die 34-jährige. Seit dem Frühjahr sind der Zirbenschreinerei 40 Markttage ersatzlos weggefallen - nicht nur Weihnachtsmärkte. Diese Umsätze fehlen nun und die abgesagten Märkte haben noch eine weitere Auswirkung: Da dort die Kunden von Morgen gewonnen werden, könnten die Auftragsbücher in den nächsten Jahren etwas leerer sein, glaubt Senega.

Viele Handwerker verkaufen mittlerweile online

Ein Drittel der bayerischen Händler verkauft online, so der Bayerische Einzelhandelsverband. Dabei habe nicht jeder seinen eigenen Webshop, viele würden auch auf Plattformen verkaufen. Die Zirbenholzschreinerei Senega ist jetzt, in der Corona-Krise, sehr froh einen eigenen Webshop zu haben, zumal dieser bei der Kundschaft bereits bekannt sei.

Weil auf den Märkten oft nachgefragt wurde, ob es die Produkte auch online gebe, ist Senega aktiv geworden: Sie hat Kurse besucht und "sich reingefuchst“, wie sie sagt. Jetzt rette sie der Webshop ein Stück weit, so die Firmenchefin.

"Cocooning" in Corona-Zeiten mit der Zirbe

Alles was die eigenen vier Wände verschönert, ist laut dem Bayerischen Einzelhandelsverband zu Corona-Zeiten sehr gefragt. Auch in der Rotter Schreinerei spürt man den Trend "Cocooning“. Einfache Zirbenbaumscheiben in verschiedenen Größen sind bei Hobbybastlern offenbar gefragt.

© Dagmar Bohrer-Glas

Im Trend: Basteln mit Baumstammscheiben

Als Puzzle aufgebracht, bastelten sich manche daraus eine Rückwand für das Bett oder eine Garderobe, berichtet Senega. Ganz Kreative würden sich Bergpanoramen herausschneiden.

Zirbenduft auch gesundheitsfördernd

In der Zirbenschreinerei in Rott am Inn riecht es nach Harz und Berghütte. Zirbenduft ist einzigartig und soll zum Beispiel bei Stress oder Nebenhöhlenentzündungen gut tun. Und irgendwie wird es schon weitergehen, sagen Andrea Senega und ihr Mann Hans.

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