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Sie würden sich lieber "heute als morgen" impfen lassen: Doch die Mitarbeiter eines ambulanten Pflegedienstes in Unterfranken bekommen aktuell keine Termine. Die Kritik der Politik, dass sie sich gar nicht impfen lassen wollen, weisen sie zurück.

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Keine Impftermine für ambulante Pflegedienste in Unterfranken

Sie würden sich lieber "heute als morgen" impfen lassen: Doch die Mitarbeiter eines ambulanten Pflegedienstes in Unterfranken bekommen aktuell keine Termine. Die Kritik der Politik, dass sie sich gar nicht impfen lassen wollen, weisen sie zurück.

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Von
  • Albrecht Rauh
  • BR24 Redaktion

Sie helfen Senioren zum Beispiel beim Duschen, wechseln Verbände oder geben ihnen ihre Medikamente: Dabei haben die Mitarbeiter von ambulanten Pflegediensten engen Kontakt mit den alten Menschen. Die Pflegekräfte des ambulanten Pflegedienstes "Helfen mit Herz und Hand" aus Margetshöchheim im Landkreis Würzburg würden sich deshalb gerne gegen das Coronavirus impfen lassen. Doch sie bekommen aktuell keine Impftermine.

Ambulante Pflegedienste müssten dringend geimpft werden

Die Pflegekräfte weisen den Vorwurf aus der Politik, ihre Impfbereitschaft sei zu gering, entschieden zurück. Der Pflegedienst im Landkreis Würzburg versorgt täglich etwa 160 Senioren. Enger Kontakt zu den Menschen lässt sich dabei nicht vermeiden. Es wäre also dringend nötig, dass das Pflegepersonal so schnell wie möglich geimpft wird. Zum eigenen Schutz, aber auch zum Schutz der Patienten. Schließlich hat das Pflegepersonal keine Informationen, mit wem die Patienten Kontakt haben. Eine Gefahr für beide Seiten.

Impftermine wurden immer wieder verschoben

Von den 28 Mitarbeitenden des mobilen Pflegedienstes aus Margetshöchheim hatten 24 einen Impftermin. Diese Termine wurden aber alle verschoben, weil es keinen Impfstoff gab. Jetzt muss sich das Personal neu registrieren und darauf warten, dass ihnen ein neuer Termin genannt wird. Wann das sein wird, ist ungewiss. "Wir würden uns lieber heute als morgen impfen lassen", so der Leiter der Einrichtung, Jürgen Dürr, zu BR24. Er selbst hatte einen Termin für den 5. Januar. Dieser wurde zunächst auf den 26. Januar verschoben. Jetzt wurde er ganz gestrichen. Für Dürr ist das nicht nachvollziehbar. Vor allem, weil er und seine Mitarbeitenden ständig Kontakt zu den Risikogruppen haben.

Das Risiko einer Ansteckung ist jeden Tag gegeben

Bislang hatte Jürgen Dürr unter seinen Beschäftigten noch keinen Corona-Fall. Auch bei den Patienten, die sie zu Hause versorgen, gab es noch keine Infektion. Doch die Gefahr ist permanent gegeben. Denn nicht nur die Pflegekräfte, auch die meisten der zu Pflegenden, wurden bislang noch nicht geimpft. Große Vorsicht und ein striktes Einhalten der Hygienevorschriften sei deshalb jetzt das höchste Gebot. Eine Pflegekraft ist während der Schicht mit zahlreichen Haushalten, Senioren und deren Angehörigen in Kontakt. Deshalb sei eine Impfung für diese Personengruppe auch enorm wichtig.

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