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Missbrauch: Keine Anklagen gegen Täter im Bistum Regensburg | BR24

© BR/Norbert Steiche

Symbolbild: Kreuz

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    Missbrauch: Keine Anklagen gegen Täter im Bistum Regensburg

    Im Herbst 2018 wurden bei der Deutschen Bischofskonferenz Zahlen von Missbrauchsopfern offengelegt. Offiziell wurden 33 Täter aus dem Bistum Regensburg identifiziert, Anklage wurde allerdings bisher keine erhoben.

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    Nachdem die Deutsche Bischofskonferenz vor zwei Jahren Zahlen von Missbrauchsopfern von Klerikern veröffentlichte, sind bislang gegen keinen der 33 offiziell identifizierten Täter im Bistum Regensburg Anklage erhoben worden. Das geht aus einer Anfrage der Landtags-Grünen an die Staatsregierung hervor, zuvor hatte die "Mittelbayerische Zeitung" darüber berichtet. Insgesamt hat die Regensburger Staatsanwaltschaft acht Fälle geprüft, die meisten waren verjährt

    Regensburger Verfahren eingestellt

    Bundesweit teilten die Staatsanwaltschaften mit, dass die von den Diözesen zwischenzeitlich eingesetzten Missbrauchsbeauftragten auch neue Fälle gemeldet haben, die ihnen nach 2014 und damit nach Veröffentlichung der Missbrauchs-Studie bekannt geworden sind. In zwei dieser Fälle hatten die zuständigen Staatsanwaltschaften auch  Ermittlungen eingeleitet. Beide betrafen das Bistum Regensburg. Allerdings wurden die Verfahren eingestellt.  Die Staatsanwaltschaft Regensburg stellte fest, dass der eine Missbrauchsfall, der untersucht wurde, nach den zum Tatzeitpunkt geltenden Regelungen bereits verjährt war, in dem anderen Fall stellte sich der Verdacht als unbegründet heraus. 

    Grüne fordern Pflichtbewusstsein von Kirche

    Gabriele Triebel, religionspolitische Sprecherin der Landtags-Grünen fordert jenseits der rechtlichen Verjährung eine ausreichende Entschädigung für Menschen, die Opfer von Missbrauch geworden sind: "Als Katholikin erwarte ich von meiner Kirche, dass sie gemäß unserer Werte auf der Seite der Schwachen und Opfer steht. Die Kirche muss ihrer Verantwortung gerecht werden, um nicht noch mehr an Glaubwürdigkeit zu verlieren."

    Über 3.500 Missbrauchsopfer

    Im Herbst 2018 hatte die Deutsche Bischofskonferenz Zahlen veröffentlicht, wonach zwischen 1946 und 2014 insgesamt 3.677 Kinder und Jugendliche Missbrauchsopfer von Klerikern geworden sind. Sechs Jura-Professoren hatten nach der Veröffentlichung Strafanzeigen in allen 27 katholischen Diözesen erstattet. Die meisten Vorermittlungsverfahren wurden wegen Verjährung oder aufgrund des Todes der Beschuldigten eingestellt.

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