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Kein Verkehrsminister-Treffen in Passau: Funkmast ohne Funktion | BR24

© BR/ Katharina Häringer

Ein 36 Meter hoher Funkmast, der wegen eines geplanten EU-Verkehrsministertreffens an Passaus Innpromenade aufgebaut wurde, steht jetzt umsonst dort.

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Kein Verkehrsminister-Treffen in Passau: Funkmast ohne Funktion

Ein 36 Meter hoher Funkmast, der wegen eines geplanten EU-Verkehrsministertreffens an Passaus Innpromenade aufgebaut wurde, steht jetzt umsonst dort. Der Grund: Das Ende des Monats geplante Treffen wurde wegen der Corona-Krise abgesagt.

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Alle Arbeit umsonst: Der 36 Meter hohe Funkmast, der diese Woche an Passaus Innpromenade aufgebaut wurde, hat keine Funktion mehr. Denn: Eigentlich sollte er die mobile Breitbandversorgung für ein Treffen der EU-Verkehrsminister in Passau sicherstellen. Doch nur wenige Stunden, nachdem die Techniker die letzten Schrauben an dem Mast festgezogen hatten, sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) das geplante Treffen am 29. Oktober coronabedingt ab.

Verkehrsminister-Treffen jetzt virtuell

Es sei nicht mehr klar, welche Minister aufgrund der aktuellen Quarantäne-Regelungen überhaupt noch kommen könnten, teilte das Bundesverkehrsministerium mit. Außerdem wolle man kein Risiko eingehen. Die Konferenz findet nun virtuell von Berlin aus statt, jeder Minister bleibt in seinem Heimatland.

Standort neben NS-Mahnmal sorgt für Kritik

Der Mast wurde von Montag bis Mittwoch an Passaus Innpromenade aufgebaut und sorgte gleich für Gesprächsstoff: Kritiker hielten den Platz direkt neben dem Mahnmal für NS-Opfer für pietätlos. Andere echauffierten sich darüber, dass der Aufwand nicht im Verhältnis zum Nutzen stehe. In Passau war nämlich nur der Empfang der EU-Verkehrsminister in der Residenz geplant - ein Treffen, das vermutlich nur wenige Stunden gedauert hätte. Die eigentliche Konferenz hätte in Bad Griesbach stattfinden sollen. Auch dort wurde von Vodafone ein Funkmast aufgestellt - ebenfalls umsonst.

© BR/ Katharina Häriinger

In der alten bischöflichen Residenz in Passau wäre eigentlich der Empfang der Minister gewesen.

Auftrag für Funkmast von Vodafone

Die Kosten für den Auf- und Abbau trägt Vodafone, sie liegen dem Vernehmen nach im niedrigen fünfstelligen Eurobereich. Wie Vodafone mitteilte, wurde der Funkturm nicht vom Bundesverkehrsministerium in Auftrag gegeben. "Dessen Errichtung geht auf die Initiative von Vodafone zurück. Vodafone legt seit vielen Jahren großen Wert darauf, bei Großveranstaltungen ein qualitativ hochwertiges Netz anbieten zu können. Deshalb wird das bestehende Netz für solche Events gezielt durch mobile Basisstationen verstärkt", hieß es.

Standort an Innpromenade nur temporär

Die Stadt Passau hatte dem Betreiber mehrere Standorte vorgeschlagen. Die enge Bebauung in der Altstadt und die Höhe des Doms machten aber allein den Platz an der Innpromenade möglich, erklärte Vodafone. "Uns war klar, dass der jetzige Standort eine empfindliche Sache ist. Aber es ist ja nur für ein paar Wochen", erklärte Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD). Außerdem stellt er klar: Der Würfel am NS-Mahnmal sei nicht überbaut worden. "Er wird von einer Kiste umhüllt, damit er geschützt ist und bei den Arbeiten nicht beschädigt wird." Im Lauf der nächsten Wochen werde der Turm wieder abgebaut.

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Es ist der Aufreger in Passau: Auf der Innpromenade wird ein riesiger Funkmast aufgebaut. Nur für wenige Tage - wegen der geplanten EU-Verkehrsministerkonferenz. Doch diese Tagung ist mittlerweile abgesagt worden, der Turm steht aber noch immer.

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