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Kein Opferfonds für Betroffene des Oktoberfestattentats | BR24

© picture alliance / dpa

Mahnmal für die Opfer des Oktoberfestattentats

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    Kein Opferfonds für Betroffene des Oktoberfestattentats

    Der Freistaat Bayern wird vorerst keinen Opferfonds für Betroffene des Oktoberfestattentats einrichten. Der Innenausschuss des Landtages hat einen entsprechenden Antrag der Grünen abgewiesen.

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    Es war der schwerste rechtsextreme Anschlag in der bundesdeutschen Geschichte: Am 26. September 1980 zündete ein Neonazi am Haupteingang des Oktoberfests eine Bombe: Zwölf Wiesn-Besucher und der Attentäter starben, mehr als 200 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Zwar hat die Stadt München vor einiger Zeit einen Hilfsfonds für die Opfer aufgelegt, der inzwischen weitgehend aufgebraucht ist und in zwei Wochen vom Stadtrat auf 100.000 Euro verdoppelt werden soll. Doch vom Freistaat gibt es bisher nichts Vergleichbares.

    Innenausschuss lehnt Antrag auf Opferfonds ab

    Das wird auch vorerst so bleiben. Mit den Stimmen von CSU, Freien Wählern und AfD hat der Innenausschuss des Landtags einen entsprechenden Antrag der Grünen abgelehnt – und damit auch die Forderung, den Anschlag offiziell als rechtsextreme Tat anzuerkennen.

    "Ich halte es für sehr wichtig und richtig, dass den vielen Opfern des Attentats schnell und unbürokratisch geholfen wird", so die grüner Fraktionsvorsitzende Katharina Schulze. Inzwischen sei klar, dass es sich nicht um einen verwirrten Einzeltäter gehandelt habe, sondern dass dieser aus der rechtsextremen Szene stammte.

    "Ich finde es peinlich, dass das immer noch nicht reicht, damit die CSU-Staatsregierung endlich über ihren Schatten springt und sagt: Das Oktoberfest-Attentat wurde von einem Rechtsextremen verübt, wir stufen das als eine solche Tat ein und jetzt helfen wir den Opfern." Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende Grüne

    CSU will Ermittlungen zum Oktoberfestattentat abwarten

    CSU-Vertreter argumentierten, dass noch Ermittlungen der Bundesanwaltschaft zum Oktoberfestattentat liefen. Diesen wolle man nicht vorgreifen. "Wir können keine Wertung von Opfern vornehmen, nur weil es sich um das Oktoberfest handelt", sagte der stellvertretende Vorsitzende des Innenausschusses des Bayerischen Landtags, Manfred Ländner (CSU), gegenüber BR24. "Keiner hat etwas dagegen, wenn Opfer mehr Geld bekommen.“

    Mehrere Medien hatten jedoch unlängst berichtet, dass diese Ermittlungen wohl demnächst ergebnislos eingestellt werden.

    Unterdessen plant die Stadt mit Blick auf den 40. Jahrestag des Anschlags im Jahr 2020 einen Erinnerungsort in der Nähe des Tatorts. Bislang gibt es unter anderem ein Mahnmal am Eingang des Oktoberfests. Ideal für einen Erinnerungsort wäre das ehemalige Brausebad direkt am Eingang des Oktoberfestes. Doch dort ist seit kurzem eine Gaststätte untergebracht.