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Um den Klimawandel aufzuhalten, sammelte eine Würzburger Initiative Unterschriften. Sie fordert: Bis 2030 soll Würzburg CO2-neutral sein. Die Stadtverwaltung will die Aktivisten nun an ihrem Klimaschutzkonzept mitwirken lassen.

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Statt Klimaentscheid: Stadt Würzburg holt Aktivisten ins Boot

Um den Klimawandel aufzuhalten, sammelte eine Würzburger Initiative Unterschriften. Sie fordert: Bis 2030 soll Würzburg CO2-neutral sein. Die Stadtverwaltung will die Aktivisten nun an ihrem Klimaschutzkonzept mitwirken lassen.

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  • Pirmin Breninek

"Da steckt viel Hirnschmalz drin und gute Ideen", sagt Würzburgs Klimabürgermeister Martin Heilig (Bündnis 90/Die Grünen). Ein 44-seitiges Konzept hat das Team des "Klimaentscheid Würzburg" zusammen mit dem Dachverband "German Zero" ausgearbeitet. Es beinhaltet Empfehlungen für Gebäude, Verkehr und Industrie in Würzburg. Das Konzept sollte die Basis eines möglichen Bürgerentscheids in Würzburg sein. Doch nun wollen die Initiatorinnen und Initiatoren mit der Stadt kooperieren.

Bürgerbegehren gestoppt, aber Kooperation mit Stadt

Das Klimaentscheid-Team wird die Stadt in den kommenden Wochen bei der Ausarbeitung ihrer Klimastrategie unterstützen – unter anderem als Beisitzer im Klimabeirat. Im Gegenzug will die Initiative vorerst keine Unterschriften mehr für ein Bürgerbegehren sammeln.

Entstanden ist die Idee zum Klimaentscheid am Würzburger Siebold Gymnasium. Ein Team aus Schülerinnen, Schülern und Studierenden hat daraufhin in den vergangenen Wochen in Würzburg Unterschriften gesammelt. Mehrere hundert seien bislang zusammengekommen. Die Forderung: Bis 2030 soll die Stadt klimaneutral werden. Die Initiative bezweifelt, dass die bisherigen Stadtratsbeschlüsse in Würzburg ausreichen, um einen ausreichenden Beitrag zur Einhaltung des Pariser Klimaabkommens zu leisten.

Stadt Würzburg plant CO2-Neutralität

Tatsächlich plant die Stadt Würzburg bis spätestens 2045 CO2-neutral zu sein, innerhalb der Verwaltung bis 2030. Aktuell entsteht ein neues Klimaschutzkonzept, es soll das bisherige aus dem Jahr 2012 ersetzen. Die Vorschläge des Teams des Klimaentscheids sollen nun darin einfließen. "Wir nehmen diesen Impuls jetzt mit auf in unser Konzept", sagt Martin Heilig. Das Team des Klimaentscheids wirkt damit zufrieden. "Wieso gegeneinander arbeiten, wenn man auch zusammenarbeiten kann", sagt Marielle Scharfenberg, eine der Initiatorinnen. Ziel der Unterschriftenaktion sei gewesen, dass die Stadt prüft, wie sie in kürzerer Zeit klimaneutral werden kann. "Genau das werden sie jetzt auch tun", sagt Scharfenberg.

Klimabürgermeister will "Gesamtbudget" reduzieren

Doch zwischen 2045, dem bisherigen Ziel der Stadt, und 2030, dem Ziel der Initiative, liegen immerhin 15 Jahre. Sollte es mit einem neuen Klimaschutzkonzept nicht vielleicht doch schneller gehen? Heilig vermeidet es auf Nachfrage ein Datum zu nennen, zu dem er CO2-Neutralität in Würzburg für realistisch hält: "Mein Name ist Heilig, aber ich bin kein Prophet." Entscheidend sei es für ihn zunächst Schritte einzuleiten, um das Gesamtbudget an CO2 zeitnah deutlich zu reduzieren. "Dann ist für mich persönlich gar nicht so entscheidend, wann wir den letzten Schritt zur absoluten Klimaneutralität machen."

Klimaschutzkonzept soll 2021 in den Stadtrat

Die Gruppe "Klimaentscheid Würzburg" will genau hinsehen, dass es sich hierbei um keine "Lippenbekenntnisse" handelt, wie Marielle Scharfenberg sagt. Voraussichtlich noch in diesem Jahr soll das Würzburger Klimaschutzkonzept durch den Stadtrat gehen, so jedenfalls die Planungen. Sechs Experten-Workshops gab es bislang, aktuell läuft eine digitale Bürgerbefragung. Das Konzept soll aufzeigen, wo sich in Würzburg bei Verkehr, Energie, Konsum und Wirtschaft CO2 einsparen lässt. Außerdem will die Stadt prüfen, wie erneuerbare Energien ausgebaut werden können.

Oberbürgermeister: Würzburg will "Vorbildfunktion" einnehmen

Auch Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU) spricht von einer "Vorbildfunktion", die Würzburg in der Klimafrage einnehmen will. Er verweist allerdings auch auf die Gesetzgebung von Bund und Ländern. Klimaschutz funktioniere nur dann, wenn alle mitmachen.

Das Team des "Klimaentscheid Würzburg" gehört als dezentrale Gruppe zum Dachverband "German Zero". Die Organisation fordert ein Klimagesetz, das die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens ermöglicht. Darin hat die Weltgemeinschaft 2015 vereinbart, den Temperaturanstieg auf 1,5 °C des vorindustriellen Niveaus zu begrenzen.

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