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Kein Geld für Nürnberger Kreuzkirche | BR24

© dpa/pa

Außenansicht der evangelischen Kreuzkirche in Nürnberg

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    Kein Geld für Nürnberger Kreuzkirche

    Die Kreuzkirche in Nürnberg Schweinau ist wegen Einsturzgefahr auf unbestimmte Zeit geschlossen. Der Grund: Es fehlt das Geld für eine Renovierung. Die evangelische Kirche ist bei anderen Objekten gezwungen, sogar Häuser zu verkaufen.

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    In der bayerischen evangelischen Landeskirche sind leerstehende, entwidmete und zum Verkauf stehende Kirchen zwar eher eine Seltenheit, doch es gibt sie. Im gesamten Freistaat stünden momentan drei Kirchen zum Verkauf, sagte Landeskirchen-Sprecher Johannes Minkus dem Evangelischen Pressedienst (epd).

    Kelheim, Regensburg und Nürnberg

    Dies seien St. Lukas in Kehlheim, die Kreuzkirche in Regensburg und die Kapelle Dietramszell bei Wolfratshausen. Zudem gebe es in Nürnberg die leerstehende und entwidmete Kreuzkirche. Das Problem dort ist: Das Gebäude ist denkmalgeschützt, zugleich aber einsturzgefährdet - und eine Sanierung aktuell nicht finanzierbar.

    Nur wenige Kirchen stehen zum Verkauf

    Bei den betroffenen Kirchengebäuden handelt es sich ausnahmslos um neuere Immobilien, sagte Minkus. Alle vier wurden im 20. Jahrhundert erbaut. Angaben dazu, wie sich die Lage in den vergangenen Jahren entwickelt habe, konnte die Landeskirche mangels Zahlenmaterial nicht machen. Nicht mehr benötigte und zum Verkauf stehende Kirchen seien aber angesichts von 1.955 aktuell genutzten Kirchen und Kapellen sowie Sakralräumen in Gemeindezentren eine Ausnahme.

    In anderen Bundesländern ein echtes Problem

    Vor allem im Rheinland und im Ruhrgebiet mussten viele Kirchen schließen. Laut der Evangelischen Kirche im Rheinland, der zweitgrößten Landeskirche der Evangelischen Kirche in Deutschland, wurden von 2008 bis 2018 rund 150 Kirchen entwidmet - ungefähr jede zehnte. Das ist der absolute Spitzenwert in Deutschland. Die mitgliederstärkste Landeskirche der EKD, die Landeskirche Hannover, musste seit dem Jahr 2002 19 Kirchen verkaufen, vermieten oder abreißen lassen. Unter den westlichen Landeskirchen belegt sie damit den zweiten Platz.

    Im Osten stehen Kirchen zum Verkauf

    Im Osten sind vor allem die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) sowie die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) betroffen. In der EKM werden 48 Kirchen nicht mehr genutzt, in der EKBO wurden in den vergangenen 25 Jahren 30 Kirchen abgegeben oder verkauft. Experten rechnen damit, dass sich die Zahl ungenutzter Kirchen in den nächsten Jahren weiter erhöhen wird. "Ich glaube, dass das Problem oft kleingeredet wird", sagte beispielsweise die Karlsruher Architekturprofessorin Kerstin Gothe dem epd.