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Kein Geld da, Bank zu: Dilettantischer Bankräuber vor Gericht | BR24

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Bildrechte: BR/Margit Ringer

Weil ein Tscheche mit mehreren Komplizen Banken - auch in der Oberpfalz - ausgeraubt hat, steht er in Weiden vor Gericht. Die Durchführung der Überfälle war aber nicht immer professionell.

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Kein Geld da, Bank zu: Dilettantischer Bankräuber vor Gericht

Weil ein Tscheche mit mehreren Komplizen Banken - auch in der Oberpfalz - ausgeraubt hat, steht er in Weiden vor Gericht. Die Durchführung der Überfälle war aber nicht immer professionell. Teilweise gingen die Räuber sogar leer aus.

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Von
  • Margit Ringer

In Weiden steht seit Montagvormittag ein Tscheche vor Gericht, der mehrere Banken in Sachsen und dem Landkreis Neustadt an der Waldnaab überfallen haben soll. Allerdings ging er dabei offenbar nicht sehr professionell vor.

Bei erstem Überfall war kein Geld vorrätig

Zusammen mit anderen Tschechen nahm sich der 29 Jahre alte Mann im Juni 2015 zunächst eine Bankfiliale in Meißen vor. Dabei handelte es sich aber um eine reine Beratungsfiliale, in der kein Geld vorrätig war.

Beim zweiten Versuch war die Bank geschlossen

Einige Wochen später spionierte er zusammen mit zwei Komplizen die Bank in Tännesberg, im Kreis Neustadt an der Waldnaab, aus. Am 1. September 2015 kam das Trio zum Überfall, an dem Tag aber hatte die Bank geschlossen. Wenige Tage später gelang dann der Überfall. Während seine beiden Komplizen im Schalterraum Geldscheine im Wert von 7.000 Euro in einen Stoffbeutel gestopft haben sollen, soll der Angeklagte im Fluchtauto minutenlang mit eingeschalteter Warnblinkanlage vor der Bankfiliale gewartet haben.

Vor Gericht gab der Tscheche heute zu, er sei der Fahrer gewesen und habe dafür 4.000 Euro bekommen. Er habe Schulden gehabt und hätte von dem Geld seine Miete bezahlt.

Angeklagter sitzt bereits in Haft

Die Überfälle hat er mit insgesamt drei Komplizen begangen, wobei die Zusammensetzung jeweils wechselte. Er sitzt allein auf der Anklagebank, einer seiner Mittäter ist bereits verurteilt vom Landgericht Weiden, die beiden anderen warten noch auf ein Verfahren oder sitzen bereits wegen anderer Delikte in Haft. Die Polizei kam den Männern schnell auf die Schliche, dennoch kommt es erst jetzt zum Prozess gegen den 29-Jährigen. Er sitzt bereits wegen eines anderen Delikts in Tschechien in Haft. Sollte er in Weiden verurteilt werden, könnte sich seine Strafe verlängern, die er in Tschechien absitzt.

Zwei Versuche der räuberischen Erpressung und zwei Fälle von schwerem Raub und räuberischer Erpressung werden dem 29-Jährigen zur Last gelegt. Angesetzt sind insgesamt acht Verhandlungstage.

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