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Bildrechte: picture alliance/dpa | Peter Kneffel

Grundschulkinder sind wieder zurück im Wechselunterricht unter strengen Hygieneauflagen. Viele gehen im Anschluss in den Hort. Das Problem: Hier sind sie dann in anderen Gruppen als noch in der Grundschule – oder bunt zusammengewürfelt.

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Erst kleine Gruppen in der Schule - dann bunt gemischt im Hort

Grundschulkinder sind wieder zurück im Wechselunterricht unter strengen Hygieneauflagen. Viele gehen im Anschluss in den Hort. Das Problem: Hier sind sie dann in anderen Gruppen als noch in der Grundschule – oder bunt zusammengewürfelt.

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Von
  • Katrin Bohlmann

Strahlende Gesichter in Bayerns Grundschulen: Die Kinder freuen sich, endlich wieder zur Schule gehen zu dürfen – und in den Hort. Sie haben ihre Freunde vermisst, das gemeinsame Spielen und auch ihre Lehrer und Erzieher. Trotz der großen Freude müssen die Sechs- bis Zehnjährigen in Corona-Zeiten streng die Hygienemaßnahmen einhalten: Maske tragen, Abstand halten und nur in festgelegten kleinen Gruppen bleiben.

Kinder sind in Grundschule und im Hort in unterschiedlichen Gruppen

Das gilt für die Grundschule und den Hort. Aber das klappt nicht immer, sagt Gabi Muthmann. Sie leitet den AWO-Hort in Trostberg im oberbayerischen Landkreis Traunstein. "Wenn die Kinder draußen Ball spielen, kommen sie sich natürlich näher und die Maske rutscht auch mal. Da können wir gar nicht die ganze Zeit hinterherlaufen", sagt die 57-Jährige. Seit gestern läuft auch in ihrem Hort mit 62 Kindern der "eingeschränkte Regelbetrieb", wie es im Verwaltungsdeutsch heißt. "Das sagt doch schon alles. Also, es läuft sehr schwierig für alle Beteiligten. Die Kinder, die in den Hort kommen, sind natürlich nicht in den gleichen Gruppen wie in den Klassen zusammengefasst. Das ist die Problematik. Wir bilden hier natürlich neue Gruppen, um das Hygienekonzept einzuhalten."

Elternbeirat der Horte in München: bessere Abstimmung mit Grundschulen

Eltern in ganz Bayern bestätigen dem BR, dass ihre Kinder im Hort teilweise bunt zusammengewürfelt von Klasse eins bis vier in Gruppen sind, also anders eingeteilt als noch vorher in ihrer Grundschule. Daniel Gromotka vom Gemeinsamen Elternbeirat der Horte und Tagesheime in München hat auch schon Rückmeldungen erhalten, dass es nicht überall rund läuft. "Von einzelnen Horten haben wir gehört, dass es schwierig ist, die Gruppen zu bilden oder dass gar keine Gruppen gebildet wurden. Ob das ein flächendeckendes Phänomen ist, weiß ich nicht." Die Notbetreuung bestehe ja auch erst seit gestern, so der Vater eines Hortkindes.

Sozialministerium: Gruppen in Schule und Hort möglichst einheitlich

Es fehle vermutlich einfach an Personal und Räumen, um aus jeder Klasse eine Hortgruppe zu machen, vermutet der Vorsitzende des Elternbeirats, der 40.000 Eltern in München vertritt. Er fordert, dass sich die Grundschulen besser mit dem jeweiligen Hort absprechen.

Die zuständige bayerische Sozialministerin Carolina Trautner teilte dem BR auf Anfrage mit, dass selbstverständlich auch in Horten feste Gruppen gebildet werden müssen. Dazu sind die Horte nach der bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung verpflichtet. "Wir empfehlen deshalb, dass vor Ort Absprachen getroffen werden, um den Wechsel von Schule und Hort zu organisieren. Denn das große Ziel ist, dass die Gruppenzusammensetzung in Schule und Hort möglichst einheitlich gestaltet wird", sagte Trautner.

Trotz Abstand und Maske: Kinder sind glücklich, in Schule und Hort zu sein

Auch die Stadt München, als Träger von knapp 70 Horten mit mehr als 4.500 Plätzen, teilt mit, dass die Gruppenzusammensetzung in Schule und Hort möglichst einheitlich zu gestalten ist. Dazu stimmen sich die Horte mit den Schulen ab. Das entspricht aber offenbar nicht immer der Realität.

Die Folge: Einige Eltern lassen ihre Kinder sicherheitshalber erst gar nicht in den Hort gehen. Hortleiterin Gabi Muthmann beobachtet dagegen, dass die Kinder einfach glücklich sind, wieder in die Schule und in den Hort gehen zu dürfen. "Man sieht wirklich so glückliche, zufriedene Kinder, wie bei uns selten nach der Schule", lacht die Erzieherin. "Wir versuchen, den Kindern ein Stück Normalität wiederzugeben." Da nehmen die Grundschüler das Maske tragen und Abstand halten gerne in Kauf.

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