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© Jonas Bettger
Bildrechte: Jonas Bettger

Dicht gedrängt stehen Schülerinnen und Schüler in der Südostbayernbahn.

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    Kein Corona-Abstand: Schüler beschweren sich über volle Züge

    Schülerinnen und Schüler im Raum Rosenheim beschweren sich über die Südostbayernbahn: Sie sei zu voll, Corona-Abstände könnten nicht eingehalten werden. Ein Schüler hat sich an die Bahnbetreiber gewandt – mit wenig Erfolg.

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    Von
    • Julia Binder

    Der 20-jährige Jonas Bettger aus Schechen nutzt die Südostbayernbahn, um zur Berufsoberschule Rosenheim zu kommen und mittags wieder nach Hause. Allerdings, so der Schüler, seien die Wagen manchmal sogar so voll, dass nicht alle, die wollen, mitfahren könnten. Die müssten dann eine Stunde auf den nächsten Zug warten.

    Wer es in einen Wagen schafft, der kann wegen der Enge keinerlei Abstand halten. "Gerade mittags ist der Zug übervoll, man steht bis in den Türeinstiegsbereich, fast Nase an Nase, kann sich mit dem Schulrucksack auf nicht einmal mehr umdrehen", schilderte er dem BR.

    Schüler beschwert sich bei der Bahn

    Jonas Bettger wollte die Situation nicht hinnehmen. Er beschwerte sich mehrfach bei der Bahn - ohne Erfolg. Jedes Mal sei er mit Allgemeinplätzen abgespeist worden, geändert habe sich nichts, schilderte er dem BR. Das ärgere ihn genauso wie die vollen Züge.

    Bahn verweist auf "Eigenverantwortung"

    Gegenüber dem BR verwies ein Sprecher der Bahn auf die Eigenverantwortung der Fahrgäste, gerade in Zeiten von Corona. Es gebe die Maskenpflicht genau für Situationen, in denen Abstände nicht eingehalten werden könnten. Eigenverantwortung, so der Bahnsprecher, könne auch bedeuten, bei einer zu vollen Bahn abzuwarten und die nächste Verbindung zu wählen.

    Auf die Zugverbindung am Mittag bezogen sprach der Bahnsprecher von einem "typischen Schülerzug", der nur zwischen den Stationen Rosenheim und Rosenheim Hochschule so voll sei. Für die fünfminütige Strecke lohne es sich nicht, einen zweiten Triebzug anzuhängen.

    Doppelstockwagen als mögliche Lösung?

    Jonas Bettger ärgern diese Argumente: "Das wirkt für mich wie eine Ausrede, damit sich nichts tun muss." Er verweist auf Doppelstockwagen der Südostbayernbahn, die in München auf den Gleisen stehen, und darauf, dass in Landshut inzwischen genau solche Doppelstockwagen eingesetzt würden. "Wieso geht das nicht auch bei uns?"

    Die Bayerische Eisenbahngesellschaft, die die Aufträge an die einzelnen Eisenbahnunternehmen vergibt, hat Jonas Bettger mitgeteilt, dass sie bei einer dauerhaften Überbesetzung eines Zuges ebenfalls fordern würde, Abhilfe zu schaffen.

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