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Kein Brexitdeal: IHK Schwaben befürchtet Einbußen für 500 Firmen | BR24

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© BR/Sylvia Bentele

Nach dem Nein zum Brexit-Deal befürchtet die IHK Schwaben Einbußen für 500 Unternehmen

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Kein Brexitdeal: IHK Schwaben befürchtet Einbußen für 500 Firmen

500 Schwäbische Firmen müssen sich nach dem Nein zum Brexitdeal auf hohe Hürden für ihre Geschäfte in Großbritannien einstellen. Betroffen ist auch das Unternehmen, das die Fassadenfarbe des Buckingham Palace lieferte – Keimfarben aus Diedorf.

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Für rund 500 schwäbische Betriebe bedeutet das Nein zum Brexit-Deal im britischen Parlament „stürmische Zeiten“, sagt der schwäbische IHK-Präsident Andreas Kopton. Diese 500 Unternehmen haben laut Industrie- und Handelskammer regelmäßige Geschäftsbeziehungen mit dem Vereinigten Königreich. „Gerade kleine Unternehmen, die bislang nur Handel innerhalb der EU betreiben, kommt ein Brexit teuer zu stehen“, berichtet Jana Lovell von der IHK Schwaben.

Formale Hürden und Britisches Pfund lassen Umsätze sinken

Für exportierende Unternehmen aus Schwaben ist Großbritannien nach Angaben der IHK bislang der zweitgrößte Markt hinter Österreich. Doch mit einem harten Brexit drohen hohe Hürden. In einem Online-Portal für betroffene Unternehmen hat die IHK Schwaben wesentliche Folgen bezogen auf Zoll und Warenverkehr, Dienstleistungen, Transport und Logistik, Steuern, Datenschutz, Recht und Finanzdienstleistungen zusammengefasst. Da das Britische Pfund durch das Nein zum Brexit-Deal erneut geschwächt werden könnte, drohen die Umsätze auch deshalb weiter zurückzugehen.

Unternehmer wappnen sich mit vollen Lagern vor Brexit-Folgen

Traditionell mit der britischen Insel verbunden ist der Farbenhersteller Keimfarben aus Diedorf im Landkreis Augsburg. Mit den Mineralfarben der schwäbischen Spezialisten wurde beispielsweise die Fassade des Buckingham Palace in London gestrichen. Keimfarben-Geschäftsführer Rüdiger Lugert ist derzeit damit beschäftigt, die Bestände in den britischen Lagern des Farbenherstellers weitmöglichst aufzufüllen, um auch bei einem chaotischen Brexit ohne Abkommen möglichst lange lieferfähig zu bleiben. "Das wäre natürlich eine Katastrophe", sagte er im BR-Interview, "aber wir versuchen durch eine vernünftige Lagerwirtschaft den 'worst case' vorzubereiten."

Keimfarben aus Diedorf rechnet nach Brexit mit Staus und langen Lieferzeiten

So wie viele schwäbische Unternehmer fürchtet Lugert nicht allein die Zollkosten, die dann durch die neue Grenze zwischen Großbritannien und der EU, anfallen könnten: Auch der Administrationsaufwand steige um ein Vielfaches. "Statt wie bisher 48 Stunden dauert die Lieferung dann unter Umständen drei Wochen", so Lugert. Der Farbenhersteller befürchtet drastische Auswirkungen auf die Exportwirtschaft: "Ganz Frankreich wird mit Lkws vollstehen," erklärte Lugert.