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Gruppenbild: Der Senegalese Mbye Deme mit Helfern.
© Sabine Mitterer
© Sabine Mitterer

Gruppenbild: Der Senegalese Mbye Deme mit Helfern.

Sabine Mitterer ist Demeter-Bäuerin in Jolling bei Bad Endorf. In einem Helferkreis ist sie offiziell nicht und doch ist sie nun Projektleiterin, was die Zukunft des Senegalesen Mbay Deme angeht.

"Europa wäre nie so reich, wenn es Afrika nicht gäbe oder wenn wir nicht "die da unten", ich sag's jetzt einfach, ausbeuten würden. Ich glaube, es ist Zeit, etwas zurückzugeben." Sabine Mitterer, Landwirtin

Geld für für Grund im Senegal

24.000 Euro wurden bislang aufgebracht. Gespendet haben bisher rund 50 Personen aus dem Raum Bad Endorf und Prien. Mit dem Geld wurden mit Hilfe des Priener Vereins "Moja Kwa Moja" drei Hektar landwirtschaftlicher Grund im Senegal gekauft - in der fruchtbarsten Zone des Landes. Dort will Mbay Deme nach seiner Rückkehr ökologische Landwirtschaft betreiben. Unabhängig und mit eigener Strom- und Wasserversorgung.

"Der Herr Mbye Deme ist zu uns gekommen, um sich die Landwirtschaft anzuschauen. Für uns war es eine Gelegenheit, den Herrn Deme anzuschauen, weil man möchte ja nicht jemanden unterstützen, den man nicht kennt. Wir haben uns gut kennengelernt, und dann haben wir beschlossen, dass wir ihn unterstützen wollen." Sabine Mitterer

Ökologische Landwirtschaft

Mbye Deme ist 42 Jahre alt, verheiratet und hat vier Kinder.

"Das war immer mein Ziel. Von Kindesbeinen an bin ich Landwirt. Das ist das einzige, was ich kann. Ich habe bei meinem Vater traditionelle Landwirtschaft gelernt. Ich habe dann auch noch ökologische Landwirtschaft und die ganzen anderen Formen auch gelernt. Von meiner Familie habe ich Land geerbt, einen kleinen Garten, wo ich meine Vision nicht realisieren kann. Mein Ziel war immer, an Geld zu kommen, um Land zu erwerben, wie auch immer." Mbye Deme

Sein Plan, in Deutschland Geld zu verdienen, um damit das "Fortkommen seines Landes zu gestalten", wie er es formuliert, ist nicht aufgegangen - oder zumindest nur anders als gedacht.

Brunnen, Zäune, Wirtschaftsgebäude

Ende dieses Jahres soll Herr Deme nach Hause zurückkehren, so der Plan.

"Er hat auch schon fürs nächste Jahr seinen Arbeitsplan aufgestellt, detailliert. Das heißt, wir bräuchten bis Ende dieses Jahres etwa 30.000 Euro, damit wir ihn dann heimschicken können mit dem Geld und er unten anfängt, um das Grundstück zu erschließen, Brunnen bohren, Zäune bauen, er braucht Wirtschaftsgebäude." Sabine Mitterer

Das Engagement der Mitterers aus Jolling und ihrer Helfer kann durchaus als außergewöhnlich bezeichnet werden, geht es doch fast schon in Richtung Wirtschaftsförderung. Mbay Deme wird im Senegel auch Arbeitgeber sein und Angestellte haben, wenn der Plan aufgeht.

Private Spender weiterhin gesucht

Unterstützung von staatlicher Seite oder von einer Organisation gibt es nicht, beklagt Helferin Silvia Ruhenstroth.

"Die großen staatlichen Organisationen habe ich alle angeschrieben und die drücken sich einfach: Ein Rückkehrer-Projekt für den Senegal - da sind die Deutschen nicht zuständig, da haben wir keine Projekte oder wir machen nur eigene Projekte: Das ist der Tenor der großen Organisationen. Man muss sagen: dieses Projekt wäre voll finanziert mit einem SUV. Und wenn man sieht, wieviele SUVs auf die Straße gehen, dann muss das privat möglich sein." Helferin Silvia Ruhenstroth

Am Donnerstagabend stellt Mbay Deme sein Projekt vor in Marias Kino in Bad Endorf. Ein Abend mit Infos rund um Senegal, die Menschen dort und ihre Bräuche und ihre Natur. Beginn ist um 20.00 Uhr.

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Grund für ökologische Landwirtschaft: Senegal.

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