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Kein Alkohol am Münchner Hauptbahnhof | BR24

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Um für mehr Sicherheit zu sorgen, haben manche Städte in Bayern ein ganztägiges Alkoholverbot erlassen. Jetzt will München nachziehen. Dort galt das Verbot bislang nur in den Nachtstunden.

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Kein Alkohol am Münchner Hauptbahnhof

Am Münchner Hauptbahnhof wird es aller Voraussicht ab dem kommenden Sommer ein komplettes Alkoholverbot geben. Der dafür zuständige Stadtratsausschuss hat mit breiter Mehrheit zugestimmt. Jetzt muss noch der gesamte Stadtrat grünes Licht geben.

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Das 24-Stunden-Alkoholverbot auf öffentlichen Flächen rund um den Münchner Hauptbahnhof soll ab dem 1. August des kommenden Jahres gelten. Der Antrag wurde mit den Stimmen von SPD und CSU im Kreisverwaltungsausschuss verabschiedet.

Weichen Trinker auf andere Viertel aus?

Die anderen Stadtratsfraktionen lehnten den Antrag ab. Der Grund: Sie fürchten, dass die sogenannten Stammsteher nur in andere Viertel oder angrenzende Straßenzüge verdrängt würden und damit neue soziale Brennpunkte an anderen Orten der Stadt entstehen.

Münchner Polizei befürwartet Alkoholverbot

Diesem Argument konnte der Vertreter der Münchner Polizei nicht folgen. Er sprach sich vehement für ein Alkoholverbot aus und warnte vor Verhältnissen wie am Frankfurter Hauptbahnhof. Eine gewisse Verdrängung sei zudem erwünscht, um die Höhe der Kriminalität am Hauptbahnhof einzudämmen.

Streetworker sollen Alkoholkranken helfen

Damit alkoholkranke Menschen nicht einfach aus dem öffentlichen Raum verbannt oder verdrängt werden, schlug die SPD in einem Änderungsantrag ein niederschwelliges Betreuungsverbot für alkoholkranke Menschen rund um den Hauptbahnhof vor. So sollen Streetworker in einem Begegnungszentrum Hilfsangebote geben. Diesem Änderungsantrag stimmten alle Fraktionen zu.

Das Angebot soll zunächst in einem Bus erfolgen, bis entsprechende Räume angemietet werden können. Aus diesem Grund tritt das Alkoholverbot anstatt im Januar erst im August in Kraft. Das Alkoholverbot muss in der Vollversammlung des Stadtrates an diesem Mittwoch noch formal beschlossen werden. 

Derzeit gilt Alkoholverbot nur nachts

Bislang galt das Verbot nur zwischen 22 Uhr nachts und sechs Uhr früh. Das nächtliche Alkoholverbot wurde bereits vor gut zwei Jahren beschlossen. Seitdem gibt es spürbar weniger Beschwerden über Pöbeleien, Belästigungen und Gewalt. Ablesbar ist das zum Beispiel an der Statistik zu den sogenannten Rohheitsdelikten. Dazu zählen etwa Raub oder Körperverletzung. Die Zahl ging von 155 auf 92 Fälle pro Jahr zurück. Nachts hat sich die Situation also entspannt.

Nürnberg hat bereits Rund-um-die-Uhr-Alkoholverbot

In anderen bayerischen Städten gibt es ein 24-Stunden-Alkoholverbot bereits – etwa in Nürnberg. Dort berichtet die Polizei, dass die Einsätze wegen Pöbeleien oder Gewalt insgesamt leicht zurückgegangen sind.

Allerdings hat sich in Nürnberg das Problem offenbar nur verlagert, auf einen Platz in der Nähe: Jetzt gibt es dort Beschwerden wegen der Menschen, die sich nun zum Trinken treffen.

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Am Münchner Hauptbahnhof wird es aller Voraussicht ab dem kommenden Sommer ein komplettes Alkoholverbot geben. Der dafür zuständige Stadtratsausschuss hat mit breiter Mehrheit zugestimmt. Jetzt muss noch der gesamte Stadtrat grünes Licht geben.