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Viele Ammersee-Gemeinden rufen auf Konflikt-Wegen mit einem besonderen Schild zu gegenseitiger Rücksicht auf, etwa wie hier in Herrsching.

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    Kauferinger "Miteinander-Weg" plötzlich heiß begehrt

    Radfahrer gegen Spaziergänger: Immer wieder kommt es zwischen den beiden zu Konflikten. Eine Option: Radfahren auf gemeinsamen Wegen verbieten. Kaufering hatte eine andere Idee, die mehr und mehr zum Exportschlager wird.

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    Von
    • Andreas Neukam

    Eigentlich gibt es das Schild schon seit rund sieben Jahren. Doch jetzt ist die Nachfrage plötzlich rasant gestiegen. Mindestens ein Dutzend Gemeinden hat beim Markt Kaufering zuletzt nach der Druckdatei angefragt. "Das freut uns Kauferinger, dass wir das Schild und diesen Gedanken an die anderen Gemeinden weitergeben dürfen", sagt Bürgermeister Thomas Salzberger.

    Rücksicht statt Rempelei

    Die Idee: Statt auf Verbote setzt der "Miteinander-Weg" auf Verständnis und Rücksicht. Es schärft den Blick dafür, dass Radfahrer, Spaziergänger, Gassi-Geher, Jung und Alt auf gemeinsam genutzten Wegen aufeinander achtgeben.

    "Das passt gerade in der Corona-Zeit. Da muss man auch zusammenhalten und das sehen die Leute, dass man auch Rücksicht nimmt auf andere Teilnehmer", so Thomas Salzberger.

    In der Corona-Pandemie ist deutlich mehr los in der Natur. Sowohl zu Fuß als auch auf dem Fahrrad. Da kommt es auch immer wieder zu Konflikten. Deswegen setzen etwa auch die Ammersee-Gemeinden Schondorf und Herrsching auf das Schild.

    Gautinger Senioren verärgert über Radfahrer

    Auch in Gauting soll es noch im Juli aufgestellt werden. Allerdings gegen den Widerstand des Seniorenbeirats der Gemeinde. Konfliktzone ist hier der Weg direkt an der Würm, vorbei an einer Seniorenresidenz. Viele Spaziergänger fühlten sich belästigt und zum Teil auch gefährdet von Radfahrern, berichtet Seniorenbeirat Sebastian Fuchsberger. Er hätte sich deswegen ein Radl-Verbot auf dem Weg erhofft. Insbesondere, da es parallel zum betroffenen Weg einen geteerten Radweg gibt. Allerdings nicht direkt entlang der Würm. Stattdessen testet Gauting jetzt für ein Jahr den "Miteinander-Weg".

    Bürgermeisterin Brigitte Kössinger zweifelt daran, dass ein Verbot die Lage verbessert hätte. "Die Fahrradfahrer, die durchfahren wollen, die fahren auch mit einem Verbotsschild durch", sagt sie. Und ein Verbot sei schwer zu kontrollieren. Deswegen probiere es die Gemeinde mit dem Hinweis, Rücksicht aufeinander zu nehmen.

    Miteinander-Weg wirkt

    In Kaufering, wo das Schild bereits seit 2014 steht, ist Bürgermeister Thomas Salzberger überzeugt von der Erfindung seiner Gemeinde. Auch wenn Spaziergänger erzählen, dass es schön wäre, wenn sich alle an den Gedanken des Miteinander-Wegs halten würden, berichtet der Bürgermeister, dass es bei der Gemeinde für den Miteinander-Weg keine Beschwerden mehr über rücksichtslose Radfahrer gegeben hätte.

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