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Kaufen die Leute Bienenfreundliches? | BR24

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Das Volksbegehren "Rettet die Bienen" hat viele Leute für das Thema Umwelt- und Naturschutz sensibilisiert. Doch was machen Gartenbesitzer konkret für die Bienen? Denn nicht alles was bunt und schick ist, bringt den Insekten etwas.

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Kaufen die Leute Bienenfreundliches?

Das Volksbegehren "Rettet die Bienen" hat viele Leute für das Thema Umwelt- und Naturschutz sensibilisiert. Doch was machen Gartenbesitzer konkret für die Bienen? Denn nicht alles was bunt und schick ist, bringt den Insekten etwas.

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Die Eisheiligen sind wohl vorbei - jetzt werden Blumen, Stauden, Sträucher gekauft. In den Gärtnereien und Gartencentern brummt das Geschäft und heuer dürften bald auch die Bienen mitbrummen. Denn gekauft wird - dem Bienenvolksbegehren sei Dank - ausgesprochen viel und ganz bewusst Bienen-und Insektenfreundliches.

Kunden kaufen bewusst bienenfreundliche Sommerblumen

An der Kasse der Gärtnerei Iglhaut in Cham: Die Leute kaufen Sommerblumen. Die sollen nicht nur bunt und schick sein, sondern auch bienenfreundlich, so eine Kundin.

Gärtnermeister Wolfgang Iglhaut muss heuer immer wieder erklären, welche Blüten wirklich etwas für Bienen und andere Insekten bringen und welche gar nicht. Denn bunt und blühend, das heißt nicht immer automatisch auch "insektenfreundlich":

Die Jahre waren gefüllte Blüten gefragt. Die Blüten haben aber fast keinen Nektar und auch die Blütenstaubgefäße sind umgezüchtet worden. Deswegen ist jetzt auch kein Pollen mehr da.
© BR / Renate Roßberger

Gärtnermeister Wolfgang Iglhaut aus Cham

Jetzt sind die schicken, gefüllten Blüten eher die Ladenhüter. Der Trend geht zu kleinen Blüten oder zu blühenden Kräutern wie Thymian, Staudenbasilikum oder Salbei. Davon hat Wolfang Iglhaut dieses Jahr schon fast doppelt so viel verkauft wie sonst.

© BR / Renate Roßberger

Die Blüten des Staudenbasilikums sind bienenfreundlich.

Auch bei den Gehölzen tut sich was. Im Gartenmarkt Pohl in Cham werden heuer andere eingepackt als früher, erzählt Juniorchef Johannes Pohl:

Wenn es um Sichtschutz geht, haben die Leute jahrelang auf immergrüne Pflanzen gesetzt wie Tuie oder Eibe. Jetzt merkt man aber, dass sie etwas für Vögel oder Insekten tun wollen und deswegen wählen sie wieder heimische Blütengehölzer.

Auch Obstbäume und Beerensträucher boomen. Selbst der fast schon vergessene Holunder ist plötzlich wieder gefragt. Kläglich verebbt ist dafür die Kiesgartenmode der letzten Jahre, auch weil sowas überhaupt nicht so pflegeleicht ist, wie gedacht, da regelmäßig Unkraut oder Moos entfernt werden muss.

Viele Kunden haben zuhause sowieso schon komplett umgeschwenkt und haben eine Blumenwiese angesäht oder mähen erst später als sonst, damit die Bienen genug Nahrung finden.