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Katzenhasser in Ansbach unterwegs | BR24

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Drei Katzen wurden in Ansbach vergiftet

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    Katzenhasser in Ansbach unterwegs

    In Ansbach ist offensichtlich ein Katzenhasser unterwegs. Drei Katzen einer Frau wurden innerhalb von sieben Monaten vergiftet. Der Täter und das Motiv sind völlig unklar.

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    Christine Schwemmer aus Ansbach ist eine richtige Katzenliebhaberin. Als ihre Katze altersbedingt stirbt, entscheidet sie sich Anfang des Jahres, junge Kater aus dem Tierheim aufzunehmen. Nach einigen Wochen im Haus, dürfen die Katzen im März nach draußen. Nur eine Woche später kommt Kater Olli nach Hause, sein Fell nass und grünlich.

    Nicht mit Gift gerechnet

    Weil ihr Kater ganz aufgeregt war, wollte Christine Schwemmer erstmal warten, bis er sich beruhigt, bevor sie ihn wäscht. Sie dachte, dass das junge Tier einfach zu neugierig war und daher voller Farbe ist. Eine halbe Stunde später, fand die Ansbacherin ihren Kater aber tot im Garten.

    Keine Absicht?

    Christine Schwemmer war schockiert, unternahm aber noch nichts. Im Tierheim holte sie sich daraufhin weitere Katzen.

    „Da bin ich davon ausgegangenen, dass jemand nicht absichtlich den Tieren so etwas antut, deswegen haben wir uns nämlich nochmal Katzen zugelegt, sonst hätte ich das nicht getan.“ – Christine Schwemmer

    Weitere Katzen vergiftet

    Ende Mai findet Christine Schwemmer ihre zweite Katze tot auf – ebenfalls mit angesprühtem Fell. Ihre übrigen zwei Katzen wollte die Ansbacherin zum Schutz nur noch im Haus halten. Weil die Tiere aber immer wieder ausbüxten, durften die Kater doch wieder nach draußen. Mitte Oktober dann das dritte Opfer – Christine Schwemmer findet Kater Herbert ebenfalls mit etwas Grünlichem angesprüht, wäscht ihn sofort ab und bringt ihn zum Tierarzt, doch helfen konnte man ihm nicht mehr.

    Analyse bestätigt giftige Substanz

    Schon nach dem Tod ihrer zweiten Katze ließ Christine Schwemmer eine Fellprobe analysieren. Das Ergebnis: zwei Wirkstoffe, die als Insektizid eingesetzt werden. Wird diese Substanz über die Haut aufgenommen, könne diese zu Vergiftungserscheinungen und zum Tod bei Katzen führen.

    Scheinbar Einzelfälle

    Christine Schwemmer erkundigt sich in der Nachbarschaft nach ähnlichen Fällen, hängt sogar Zettel auf. Doch niemandem ist etwas aufgefallen. Sie überlegt schon, ob jemand etwas gegen sie persönlich hat. Auch Tierärzte stehen vor einem Rätsel.

    „Bei den Tierärzten – ich hab‘ ja alle Tierärzte in Ansbach abtelefoniert – kam das nicht vor, bis auf meine Katzen. Also die hatten den Fall in letzter Zeit gar nicht oder überhaupt nicht.“ – Christine Schwemmer

    Anzeige bei der Polizei

    Bei allen Fällen erstattet Christine Schwemmer Anzeige. Aber auch für die Polizei sind Fälle von vergifteten oder anderweitig misshandelten Tieren eher selten, wie Rainer Seebauer von der Polizei Mittelfranken bestätigt. In ganz Mittelfranken seien es im Schnitt 40 bis 50 gemeldete Verstöße gegen das Tierschutzgesetz. Laut Rainer Seebauer ereignen sich die meisten Fälle im direkten Umfeld der Halter.

    Aufklärungschancen gering

    Wird ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz angezeigt, handelt es sich, weil Tiere als Sache zählen, um eine Sachbeschädigung. Dennoch gibt es eine Ermittlung und wenn möglich eine Spurensicherung. Weil das in der Regel wenige Hinweise liefert, macht die Polizei oft einen Zeugenaufruf. So auch im Fall von Christine Schwemmer. Meldet sich aber niemand, dann sind die Chancen für eine Aufklärung gering. Noch hat sich auch im Fall der Ansbacherin niemand gemeldet.

    Angst um ihre letzte Katze

    Eins steht für Christine Schwemmer fest: weitere Katzen will sich sie nicht mehr anschaffen. Einen Kater hat sie allerdings noch. Der ist weiterhin aktiv draußen unterwegs. Weil die Ansbacherin ihn und seine Geschwister als Streuner aus dem Tierheim holte, kann sie ihn einfach nicht im Haus lassen.

    „Jetzt leb ich jeden Tag mit der Angst – kommt er zurück oder nicht.“ – Christine Schwemmer