Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Katz- und Mausspiel ums Gundelfinger Körnerbild | BR24

© BR/Beate Mangold

Das Körnerbild von Gundelfingen

Per Mail sharen
  • Artikel mit Bildergalerie

Katz- und Mausspiel ums Gundelfinger Körnerbild

Einen der größten geschmückten Altäre in Bayern gibt es jedes Jahr in Gundelfingen (Lkr. Dillingen). Viele kommen, um das riesengroße Körnerbild zu sehen. Doch dieses Jahr wurden die Künstlerinnen bei der Vorbereitung behindert.

Per Mail sharen

In minutiöser Kleinarbeit entsteht in Gundelfingen jedes Jahr das Bild aus bunten Samen und winzigen Körnern – als Motiv dieses Jahr Maria, die Knotenlöserin. Zwei Wochen brauchen die Frauen für das Werk, eine mühsame Arbeit. Als Erika Richter aber am letzten Freitag zu ihrem Kunstwerk kam, erschrak sie.

"Am Freitag bin ich gekommen und dann sind da Fußspuren im Bild gewesen. Auch Kot hat sich auf dem Bild befunden." Erika Richter

Erst Lebendfalle, dann Überwachungskamera

Ganze vier Tage in Folge ging dieses Spiel weiter. Und Mesner Walter Hieber hatte nie etwas Auffälliges beobachten können. Ein Fachmann glaubte anhand der Spuren, einen Marder als Übeltäter identifizieren zu können. Als das am Sonntag sogar in der Messe verkündet wurde, kam Mesner Hieber zu einer Lebendfalle, die er sofort einsetzte.

"So war es dann, dass wir am ersten Abend diese Falle gestellt haben, natürlich ein frisches Hühnerei aus dem Stall, weil es muss ja einen gewissen Geruch haben, sonst geht der Kerl nicht rein. Und er ging also nicht rein. Dann hab ich mit dem Forstwart gesprochen, weil ein Fachmann ist immer gut. Der hat gesagt, da stellen wir mal eine Kamera auf. Dann haben wir über Nacht die Kamera laufen lassen." Mesner und Fallensteller Walter Hieber

Was Walter Hieber auf den Überwachungsbildern sah, war für den Mesner dann aber fast schon enttäuschend. Anstatt eines wilden Marders tummelte sich ein zahmer Kater in der Seitenkapelle der Kirche und eben auch auf dem Körnerbild.

Nachbars Katze als Übeltäter

Damit war der Fall aufgeklärt: Der Kater gehört einer Anwohnerin neben der Kirche, er hatte sich mehrere Tage lang in der Orgel versteckt. Die Erleichterung war groß, denn durch das Tier war das Körnerbild zum ersten Mal in 26 Jahren akut gefährdet. Nur Schimmel auf dem Bild hatte es zuvor immer wieder gegeben. 

Ganz ausgestanden ist die Sache allerdings noch nicht, denn inzwischen hat die Überwachungskamera eine neue Gefahr aufgezeichnet: eine Kirchenmaus! Und der ist nicht so leicht Herr zu werden, urteilt Walter Hieber.