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Bildrechte: BR/Rudolf Heinz

Schnaittenbach: Gerüstet bei Katastrophe

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Katastrophenfall? Schnaittenbach ist gerüstet

Die Stadt Schnaittenbach hat ein Konzept für den Katastrophenfall entwickelt. Nicht nur Einsatzkräfte und Behörden sollen dadurch schneller und effektiver handeln können, auch die Bevölkerung wird in das neue Schutzkonzept eingebunden.

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Von
  • Rudolf Heinz
  • BR24 Redaktion

Stromausfall, Hochwasser, heftiger Wintereinbruch – die Liste von Katastrophen in Bayern ist lang. Innerhalb kürzester Zeit müssen Feuerwehren, Rettungsdienste und Behörden die Situation analysieren und geeignete Maßnahmen treffen. Doch jedes Mal von Neuem zu beginnen kostet wertvolle Zeit. Die Stadt Schnaittenbach im Landkreis Amberg-Sulzbach hat die Corona-Zeit genutzt, um ein individuelles Katastrophenschutzkonzept für den Ort zu erstellen.

Komplette Struktur der Stadt auf den Kopf gestellt

"Zunächst haben wir den Ist-Zustand von Schnaittenbach analysiert, das heißt, wir haben versucht, kritische und strukturrelevante Bereiche zu identifizieren und soweit dies möglich ist, vordefinierte Lösungsansätze erarbeitet", sagt Michael Werner, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr in Schnaittenbach. Unterstützung bekamen die Feuerwehrleute unter anderem von externen Fachberatern sowie vom Bundesamt für Bevölkerungs- und Katastrophenschutz.

Bürger in Konzept eingebunden

Das örtliche Katastrophenschutzkonzept soll nicht nur interne Abläufe zwischen Behörden und Einsatzkräften verbessern, sondern auch die Bevölkerung einbinden. In den kommenden Wochen erhalten die Bewohner Schnaittenbachs eine Informationsbroschüre zu dem Konzept. Außerdem soll die Broschüre zur Sensibilisierung des Themas beitragen und im Kathastrophenfall als Leitfaden für bestimmte Situationen dienen. Zum Beispiel: Wie und wo bekomme ich Hilfe, wenn der Strom ausgefallen ist? Was mache ich, wenn das Handynetz nicht mehr funktioniert?

Stadt kauft Stromgenerator für 20.000 Euro

"Die Stadt hat sich mit dem Katastrophenschutzkonzept intensiv auseinandergesetzt, wir haben daraufhin einige Defizite bei uns in der Kommune festgestellt", erklärt Schnaittenbachs Bürgermeister Marcus Eichenmüller (CSU) im BR-Interview. Besonders bei einem längeren Stromausfall (Blackout) wäre die Stadt schlecht aufgestellt gewesen. Der Stadtrat hat deshalb auf Anraten des Expertenteams dem Kauf eines großen, leistungsfähigen Stromgenerators zugestimmt. Kostenpunkt knapp 20.000 Euro. "Wir stehen voll und ganz hinter unserem Konzept und wollen für alles vorbereitet sein", erklärt Eichenmüller. Im nächsten Jahr möchte die Feuerwehr Schnaittenbach gemeinsam mit der Stadt einen fiktiven Katastrophenfall im Ort üben. Dabei soll das erstelle Konzept unter realen Bedingungen getestet werden.

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Michael Werner von der Feuerwehr Schnaittenbach. Schnaittenbach hat ein eigenes Katastrophenschutzkonzept erstellt.

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Bürgermeister Eichenmüller: "Die Stadt hat sich mit dem Konzept intensiv auseinandergesetzt, wir haben einige Defizite bei uns festgestellt."

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