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Feuerwehrleute sind nach einer Explosion auf einem Raffineriegelände nahe Ingolstadt im Einsatz.
© Lino Mirgeler/dpa
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Feuerwehrleute sind nach einer Explosion auf einem Raffineriegelände nahe Ingolstadt im Einsatz.

Um 16.15 Uhr wurde der Katastrophenfall für den Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm wieder aufgehoben. Nach der Explosion am frühen Samstagmorgen waren rund 600 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und THW im Einsatz, um den Großbrand auf dem Raffineriegelände der Bayernoil unter Kontrolle zu bringen. Insgesamt zehn Personen wurden bei dem Unglück in Vohburg an der Donau verletzt, einer davon schwer. Vier wurden ins Krankenhaus gebracht.

Evakuierungen aufgehoben

Am Vormittag mussten fast 2.000 Menschen die umliegenden Siedlungsgebiete verlassen. Die Evakuierung konnte jedoch gegen 12.00 Uhr wieder beendet werden. Aufgrund der Rauchentwicklung wurde die Bevölkerung in der Umgebung gebeten in ihren Wohnungen zu bleiben sowie Fenster und Türen geschlossen zu halten. Auch hier konnte gegen 12.00 Uhr Entwarnung gegeben werden. Später wurde auch die Zahl der Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr in Vohburg auf rund 200 reduziert.

Das Landratsamt Pfaffenhofen hat in der Zwischenzeit mitgeteilt, dass nach "weiteren Messungen des Landesamtes für Umwelt an verschiedenen Expositionsorten keine gesundheitsgefährdenden Schadstoffe gefunden wurden."

Gelände komplett zerstört

Das Firmengelände von Bayernoil ist komplett zerstört, die meisten großen Türme sind schwarz verraucht, die Fensterscheiben zersprungen und Mauern umgestürzt. Auf dem Raffinerie-Gelände riecht es nach verbranntem Öl. Die Feuerwehr kühlt mit großen Wasserwerfern die Tanks und lässt kontrolliert Öl und Benzin abbrennen. In der Nacht werden 18 Feuerwehrleute weiter an der Brandstelle Wache halten. Der Produktionsleiter von Bayernoil geht davon aus, dass das Abbrennen noch sehr lang dauern könne. Die Polizei geht von einem Schaden in Millionenhöhe aus.

Betroffene können Schäden bei ihrer Heimatgemeinde melden

Weiterhin unklar ist die Unglücksursache. Durch die Wucht der Detonation wurden zahlreiche Häuser in der Umgebung beschädigt. Betroffene können Schäden ab kommenden Montag an ihre jeweilige Heimatgemeinde mit Fotodokumentation melden, teilte das Landratsamt Pfaffenhofen mit. Die jeweiligen Heimatgemeinden würden die Schäden dann an den Betreiber Bayernoil weiterleiten.

Innenminister Herrmann dankt den Rettungskräften

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zeigte sich erleichtert , dass bei der Explosion auf dem Raffineriegelände niemand zu Tode gekommen ist. "Gott sei Dank hat es keine Toten gegeben", sagte er am Samstag in Vohburg. Zugleich dankte er den Rettungskräften für einen "reibungslosen" Einsatz. In kürzester Zeit seien Hunderte von Kräften vor Ort gewesen.

BR-Reporterin Vera Cornette

BR-Reporterin Vera Cornette