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Mehr als 1.000 Helfer waren laut Behörden am Freitag im südlichen Oberbayern im Einsatz. Davon rund 350 Soldaten der Bundeswehr. Weitere Helfer waren auf dem Weg in die Alpenregion. Inzwischen gilt in fünf Landkreisen der Katastrophenfall. Das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen stellte am Freitag als fünfter Landkreis den Katastrophenfall fest. Damit übernimmt die Behörde die Koordination der Hilfs- und Rettungseinsätze. Für die oberbayerischen Landkreise Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen, Traunstein und Teile des Berchtesgadener Lands galt bereits der Katastrophenfall.

Berchtesgadener Land: Über ein Meter Schnee auf den Dächern

Im Berchtesgadener Land waren die Straßen Freitag großenteils freigeräumt - die Sorge gilt nun den Dächern. Mehr als 450 Gebäude seien bedroht, bisher seien knapp 100 bereits von der Last befreit, berichteten die Einsatzbehörden am Freitag.

Rund 800 Kräfte von Bundeswehr, Technischem Hilfswerk (THW), Feuerwehr und anderen Organisationen seien im Einsatz. Der Schnee lag vielfach mehr als einen Meter hoch auf den Dächern, die Rede war sogar von bis zu zwei Metern. So wurde auch das "Haus der Berge", das Informationszentrum des Nationalparks Berchtesgaden, bis auf weiteres wegen der Schneelast auf dem Dach geschlossen.

Katastrophenfall mobilisiert Bundeswehr

"Es sind zunächst die Dächer zu räumen", sagte Landrat Georg Grabner (CSU). Er hatte am Donnerstag für Teile seines Landkreises Berchtesgadener Land den Katastrophenfall festgestellt, um unter anderem Hilfe der Bundeswehr anfordern zu können.

Bahnstrecken im Oberland gesperrt

Wegen verschneiter Gleise ist der Regionalverkehr vielerorts eingestellt. So bleibt die Strecke zwischen Bad Reichenhall und Berchtesgaden bis voraussichtlich Mitte nächster Woche gesperrt. Ebenso die Strecke zwischen Immenstadt und Oberstdorf im Allgäu so wie die Strecke zwischen Kempten und Reutte in Tirol. Der Zugverkehr zwischen Garmisch und Mittenwald bleibt bis voraussichtlich Montag eingestellt. Auch die Strecke zwischen Murnau und Oberammergau bleibt gesperrt.

Fernpass in Tirol ab Freitagmitternacht bis Dienstag gesperrt

Die Fernpassstraße in Tirol (B179) wird wegen der Wetterprognosen vorsichtshalber für mehrere Tage gesperrt. Nach Angaben des österreichischen Automobilclubs ÖAMTC tritt die Sperre zwischen den Orten Bichlbach und Lermoos am Freitag um Mitternacht in Kraft und gilt bis Dienstag, 19.00 Uhr.

Davon betroffen sein könnten auch viele deutsche Urlauber und Pendler, da es sich bei der Fernpassstraße um eine Hauptreiseroute aus Deutschland handelt. Die deutsche Autobahn A7 wird am Grenztunnel Füssen zur österreichischen B179. Die Sperrung kann nur großräumig über Ehrwald und Garmisch-Partenkirchen umfahren werden.

Für Sonntag kräftige Schneefälle erwartet

Am Münchner Flughafen wurden heute 90 Flüge gestrichen. Die Wetterlage entspannt sich nur vorübergehend, denn die Meteorologen erwarten für Sonntag kräftigen Schneefall im Alpenraum und dem Bayerischen Wald. So werden an den Alpen 30 bis 70 Zentimeter Neuschnee erwartet, in exponierten Lagen sogar bis zu einem Meter, so der Deutsche Wetterdienst.

An etlichen Schulen fällt auch zu Beginn der neuen Woche der Unterricht aus. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will die verschneiten Regionen am morgigen Samstag besuchen und an einer Lagesbesprechung der Einsatzkräfte teilnehmen. Bereits heute kondolierte Söder zum Tod des neunjährigen Jungen, der am Donnerstag in Aying von einem unter der Schneelast umgestürzten Baum getroffen worden war. Söder sprach der Familie sein Beileid aus: "Es ist ein schmerzvoller und unersetzlicher Verlust für die Eltern, die gesamte Familie, Freunde und Angehörige. Meine Gedanken sind bei ihnen."

Ministerpräsident Markus Söder

Ministerpräsident Markus Söder