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Kassenbon-Pflicht: Smartphone-Apps sollen Ausdrucken ersetzen | BR24

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Seit Januar müssen Händler und Wirte bei jedem Einkauf einen Kassenzettel dem Kunden geben. Das umwelt- und gesundheitsschädliche Thermopapier fällt nun verstärkt an. Eine Würzburger Apotheke bietet eine digitale Lösung an.

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Kassenbon-Pflicht: Smartphone-Apps sollen Ausdrucken ersetzen

Seit Januar müssen Händler und Wirte bei jedem Einkauf einen Kassenzettel dem Kunden geben. Das umwelt- und gesundheitsschädliche Thermopapier fällt nun verstärkt an. Eine Würzburger Apotheke bietet eine digitale Lösung an.

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Die Würzburger Marktapotheke nutzt ein eigens für Apotheken entwickeltes System namens "Meine Apotheke". "Damit können sich die Kunden den Kassenbon digital aufs Handy laden", erklärt Apothekerin Simone Böckenkrüger. Der Vorteil für die Kunden: Sie könnten ihre Quittungen sammeln und bei Bedarf wiederfinden. "Viele unserer Kunden finden das klasse und nehmen das gerne an", sagt die Apothekerin.

Die Daten werden nach Angaben des Entwicklers bereits bei der Eingabe verschlüsselt und können nur vom Nutzer einsehen werden. Das habe ihr die Entwicklerfirma, die am Starnberger See in Bayern sitzt, zugesichert.

Verschiedene Apps wollen Zettelflut eindämmen

Es gibt aber noch weitere digitale Lösungen, bei denen der Kunde den Bon nicht ausgedruckt bekommt, sondern auf sein Smartphone laden kann. Die Apps heißen epap, Wunderbon oder Anybill und versprechen, die Zettelflut beim Einkaufen einzudämmen.

Die App Anybill hat die 24-jährige Würzburgerin Lea Frank mit Freunden und Mitstudenten von der Uni Regensburg entwickelt. Mehr als ein halbes Jahr tüftelten sie in an ihrer Idee, auch einen Gründerwettbewerb haben sie schon gewonnen. Aktuell gibt es neben den drei Gründern vier weitere Mitarbeiter, die die App Anybill an den Markt bringen wollen. "Dafür wird im Geschäft ein QR-Code der App gescannt, dann wird der Kassenzettel digital auf das Smartphone übermittelt", sagt Lea Frank.

Bäume für eingesparte Kassenzettel

Der Vorteil: Alle Kassenzettel sind gespeichert und können bei Bedarf später jederzeit wiederverwendet werden, zum Beispiel um das Produkt umzutauschen oder zurückzugeben. Außerdem kann der Beleg in verschiedene Buchungssysteme exportiert werden, so die Entwicklerin. Um die Nachhaltigkeit noch zu erhöhen, spenden die Anybill-Gründer auch noch für eine bestimmte Anzahl von eingesparten Kassenzetteln Bäume, wirbt die Gründerin.

App derzeit noch in Testphase

Datenschutzprobleme sieht sie nicht. Allerdings würden die Daten nicht nur lokal auf dem Handy, sondern auch bei dem Unternehmen gespeichert, damit die Daten auch bei Verlust des Smartphones noch zur Verfügung stehen, so Frank. Das alles sei konform mit der Datenschutzgrundverordnung.

Ein Ausspähen der Daten durch Dritte hält sie durch die Zusammenarbeit mit einem international renommierten Sicherheitsanbieter für "sehr unwahrscheinlich". Derzeit sei die App noch in einer Testphase mit deutschlandweiten Partnern, praktisch einsatzbereit sei sie Ende Februar, so Frank.

© BR-Studio Mainfranken/Alisa Wienand

Markt-Apotheke in Würzburg

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