BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Kartierung in Bayern: Darum suchen Biologen nach seltenen Arten | BR24

© BR/Judith Zacher

Welche Tier- und Pflanzenarten kommen auf einer bestimmten Fläche vor? Dieser Frage geht das Landesamt für Umwelt regelmäßig in ganz Bayern nach. Aktuell sind die Biologen im Kreis Dillingen unterwegs. Ihre Daten sind in vielerlei Hinsicht nützlich.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Kartierung in Bayern: Darum suchen Biologen nach seltenen Arten

Welche Tier- und Pflanzenarten kommen auf einer bestimmten Fläche vor? Dieser Frage geht das Landesamt für Umwelt regelmäßig in ganz Bayern nach. Aktuell sind die Biologen im Kreis Dillingen unterwegs. Ihre Daten sind in vielerlei Hinsicht nützlich.

Per Mail sharen
Von
  • Judith Zacher
  • Johanna Kempter

Jens Sachteleben zieht den Kescher durch das Wasser eines Tümpels im Westerried bei Wertingen im Landkreis Dillingen. Sein Fang: jede Menge Kaulquappen. Für das Landesamt für Umwelt kartiert der Biologe mit seinen Kollegen das Gebiet. Die Experten erfassen, welche Tier- und Pflanzenarten in dem Naturschutzgebiet vorkommen. Die Kaulquappen in Sachtlebens Kescher sind keine seltene Art. Der Biologe notiert die Funde trotzdem. Ziel ist schließlich eine Bestandsaufnahme, was im Westerried lebt.

Kartierung als Grundlage für politische Entscheidungen

Solche Daten sind in vielerlei Hinsicht wichtig: Sie werden zum Beispiel gebraucht, wenn eine Straße gebaut, ein Baugebiet oder ein Naturschutzgebiet ausgewiesen werden soll. Sie dienen als Entscheidungsgrundlage: Kann auf einer Fläche gebaut werden? Oder kommen so viele Arten vor, dass es sinnvoll ist, das Gebiet zu schützen und vielleicht sogar Fördergelder einzusetzen?

Landesamt für Umwelt sammelt Daten

Damit diese Daten nicht jedes Mal erst erhoben werden müssen, werden in ganz Bayern regelmäßig Kartierungen durchgeführt. Das Landesamt für Umwelt in Augsburg sammelt die Daten und stellt sie bei Bedarf Behörden oder Verbänden zur Verfügung.

Arten heute – Arten vor 25 Jahren

Ein Teil des Kartierungsauftrags ist es auch, die aktuellen Daten mit früheren Erhebungen zu vergleichen, erklärt Carmen Liegl vom Landesamt für Umwelt. Vom Westerried liegen Daten von vor 25 Jahren vor. Die Frage lautete jetzt, was sich im Laufe der Zeit entwickelt hat. "Das wird spannend", prophezeit Liegl.

Viele Arten gefunden

Entdeckungen gibt es viele bei der Kartierung: Die Experten notieren zum Beispiel die Becher-Azurjungfer – eine Libellenart –, den Sumpfgrashüpfer und die Blauflügelige Ödlandschrecke auf ihren Listen. Auch die Pechlibelle kommt im Westerried vor. Das ist der Beweis: Die Tümpel, die die Stadt Wertingen hat anlegen lassen, erfüllen ihren Zweck. Die Fördergelder sind hier sinnvoll eingesetzt worden.

Auch, dass die angrenzende Wiese spät gemäht wird, zeigt Wirkung: Eine Wespenspinne spinnt ihr Netz zwischen den hohen Halmen und Jens Sachteleben hat einen Wiesengrashüpfer gefunden. Einst kam diese Art häufig vor – inzwischen steht sie auf der Roten Liste.

Westerried ist Lebensraum für viele Tiere

Die Naturschützer sind zufrieden mit ihrer Ausbeute im Westerried. Sie haben einige Arten entdeckt, die bisher hier nicht bekannt waren. Aber es ist noch Luft nach oben, meint Jens Sachteleben: "Wir müssen einfach mehr solche Flächen erhalten, neu schaffen, wiederherstellen. Dann kann man die Bilanz sicher deutlich verbessern."

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!

Von
  • Judith Zacher
  • Johanna Kempter
Schlagwörter