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Karriere: Bamberger Institut erforscht Bildungserfolg | BR24

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Das Leibnitz-Institut für Bildungsverläufe sammelt und wertet im sogenannten "Nationalen Bildungspanel" Daten zu Bildungskarrieren aus.

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Karriere: Bamberger Institut erforscht Bildungserfolg

Das sogenannte "Nationale Bildungspanel" des Leibnitz-Instituts für Bildungsverläufe in Bamberg sammelt und wertet Daten zu Bildungskarrieren aus. 60.000 Testpersonen - vom Säugling bis zum Renter - haben bereits an der Studie teilgenommen.

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Vor zehn Jahren startete das Nationale Bildungspanel – eine großangelegte Studie, die Bildungserfolge in unserer Gesellschaft erforscht. Mit 60.000 Testpersonen ging die Studie an den Start. Vom Säugling bis zum Rentner sind alle Altersgruppen vertreten.

Bildungspanel, ein einzigartiges Forschungsprojekt

Geleitet wird das Forschungsprojekt vom Leibniz-Institut für Bildungsverläufe in Bamberg. Dort werden die gewaltigen Datenmengen erfasst und ausgewertet. In seiner Art ist es ein weltweit einzigartiges Forschungsprojekt, sagt Cordula Artelt, die Direktorin des Leibniz-Institutes für Bildungsverläufe in Bamberg. Einmal im Jahr werden die rund 60.000 Personen getestet und befragt. Zehn Jahre konnten die Forscher die einzelnen Testpersonen begleiten und etwa beobachten, wie ein Schüler den Übertritt ins Berufsleben gemeistert hat.

Die Frage nach dem Bildungserfolg

Die Forscher gehen unter anderem der Frage nach, was einen Bildungserfolg in den Lebensläufen der Testpersonen befördert und was nicht. Aber auch: Wie werden Kinder geprägt, dass sie später einmal bestimmte Berufe ergreifen? Oder, warum engagieren sich manche später politisch, andere nicht? Wie wirkt sich Bildung auf das Gesundheitsverhalten aus? Dabei wird nicht nur die institutionelle Bildung etwa an Schulen untersucht. Auch das selbstständige Lernen beim Lesen von Foreneinträgen oder das Schauen von Youtube-Filmen kann eine Rolle spielen.

Jungs besser in Mathe, Mädchen im Lesen

Die Daten des Nationalen Bildungspanels sind Forschern weltweit zugänglich. Ilka Wolter vom Leibniz-Institut für Bildungsverläufe in Bamberg hat mit den Daten etwa zu Geschlechterrollen bei Schülern der fünften bis siebten Klasse geforscht. Tatsächlich seien Jungs durchschnittlich etwas besser in Mathe und Mädchen besser im Lesen. Je nachdem ob die Schülerinnen und Schüler eher ein traditionelles Rollenverständnis von Männern und Frauen haben oder ob sie eine egalitäre, also gleichberechtigte Einstellung hätten, habe das Auswirkungen auf den Lernerfolg

"Die traditionelleren Kinder haben hier schlechtere Lesekompetenzen oder einen schlechteren Lesekompetenzzuwachs, als die egalitären Jungen und Mädchen – in der Mathematik ist das allerdings anders. Hier profitieren die Mädchen von einer egalitären Einstellung und bei den Jungen spielt das keine Rolle." Ilka Wolter, Leibnitz-Institut für Bildungsverläufe

Kinder die also eher von einer Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern ausgehen – zeigen offenbar mehr Interesse für bestimmte Fächer, die ansonsten als Jungen- oder Mädchendomäne gelten.

Ergebnisse für den "Nationalen Bildungsbericht"

Inzwischen zählt das Leibniz-Institut für Bildungsverläufe in Bamberg 200 Beschäftigte. Dabei ist das Nationale Bildungspanel das Hauptprojekt des Institutes. Erkenntnisse fließen unter anderem in den Nationalen Bildungsbericht ein und dürften so auch wieder Auswirkungen auf eine sich wandelnde Gesellschaft haben.

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