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Kommunalwahlen

Mahnwache in Karlstadt für Mordopfer von Hanau | BR24

© Sylvia Schubart-Arand/BR-Mainfranken

Mahnwache für die Mordopfer von Hanau in Karlstadt

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    Mahnwache in Karlstadt für Mordopfer von Hanau

    Trotz heftigen Schneeregens haben in Karlstadt über 120 Menschen an einer Mahnwache für die Mordopfer von Hanau teilgenommen. Der Helferkreis und der Integrationsbeirat aus Karlstadt hatten gemeinsam zur Mahnwache aufgerufen.

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    "Wir verneigen uns vor den Opfern", sagte Günther Rösch vom Helferkreis, der gemeinsam mit dem Integrationsbeirat zur Mahnwache aufgerufen hatte. Auf dem Karlstadter Marktplatz standen Einheimische, Bürger mit Migrationshintergrund und Flüchtlinge zusammen, um "inhumane Ansätze im Keim zu ersticken, für gegenseitige Achtung und Toleranz, Solidarität und Mitmenschlichkeit zu stehen", so der ehemalige Gymnasiallehrer und Stadtrat Wolfgang Tröster.

    Karlstadter zeigen sich solidarisch

    Die Teilnehmer der Mahnwache trugen Plakate mit den Namen der neun Mordopfer von Hanau und stellten einige Lebensläufe von ihnen kurz vor. Theo Dittmaier, Karstadts zweiter Bürgermeister, betonte als offizieller Vertreter der Stadt, dass „nach dem mutmaßlichen rassistischen Anschlag in Hanau ein Lippenbekenntnis nicht reiche. Wir zeigen Solidarität“, versicherte er und erinnerte an die beeindruckende Solidaritätskundgebung, "Karlstadt ist bunt" im Oktober 2018.

    Nachdenkliche Töne von der Integrationsbeauftragten

    Ein Anschlag, wie er in Hanau geschehen war, mache Angst und sei schockierend, stellte die Integrationsbeauftragte der Stadt Karlstadt, Sakine Azodanlou fest. Sie habe schon einmal vor 27 Jahren – nach dem Brandanschlag von Solingen – als Studentin auf dem Marktplatz gestanden. Nun sei sie selbst eine Mutter, die keine Angst haben will, wenn ihr Kind in eine Shisha-Bar geht oder sie gemeinsam ein türkisches Restaurant besuchen. Die Menschen hätten Ängste im Hinterkopf. Nach den NSU-Morden sowie den Anschlägen in Halle und Kassel sei sie voller Sorge, was in der Zukunft geschieht. Azodanlou forderte mehr Strafverfolgung von rechter Gewalt. Doch sie schöpfe auch Zuversicht und habe Mut, weil man in Karlstadt zusammen feiert und trauert und zusammenhält.