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Livinguard in Karlstadt

Bildrechte: BR/ Sylvia Schubart-Arand
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Karlstadt: Insolvenz des Maskenherstellers Livinguard

Das Schweizer Unternehmen Livinguard hat Insolvenz angemeldet. Das europäische Distributionszentrum des Unternehmens mit Sitz in Karlstadt wird komplett verschwinden, so der Geschäftsführer. 28 Mitarbeiter sind in Unterfranken davon betroffen.

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Sylvia Schubart-ArandSylvia Schubart-Arand
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Zu Beginn der Corona-Pandemie hatte das Schweizer Unternehmen Livinguard dem unterfränkischen Karlstadt einen Ableger beschert. Es wollte mit antiviralen, waschbaren Masken groß ins Geschäft kommen.

Nun hat das Unternehmen Insolvenz angemeldet und in der Folge auch die in Karlstadt ansässige Livinguard Deutschland GmbH. Ende Mai wird das in der Gemündener Straße angesiedelte europäische Distributionszentrum des Unternehmens komplett verschwinden, so Geschäftsführer Dietholf Schröder heute auf BR24-Nachfrage.

Keine Zertifizierung für FFP2-Masken erhalten

Livinguard hatte den Fokus auf antivirale Schutzmasken gelegt, die auch gegen das Coronavirus wirksam sein sollen. Doch die Medizinmasken bekamen nicht die in vielen Ländern eingeführte FFP2-Zulassung - auch Bayern gab keine Zulassung, weil die entsprechende Zertifizierung fehlte. Die Maske soll eine Filterwirkung von über 95 Prozent haben und laut Hersteller 99,9 Prozent der SARS-CoV-2-Viren abtöten.

Im August vergangenen Jahres hatte das Bayerische Gesundheitsministerium auf Nachfrage mitgeteilt, dass andere Zertifizierungen oder Bescheinigungen, die auf gleichwertige oder sogar bessere Filterwirkungen hinweisen, nicht anerkannt werden. Außerdem hatte die US-amerikanische Umweltbehörde die Zulassung für die Livinguard-Technologie für Schutzkleidung beim Militär und für Krankenhauspersonal wieder zurückgezogen.

28 Mitarbeiter betroffen

In Karlstadt bearbeiteten und verschickten 28 Mitarbeitende die EU-Bestellungen für die unter anderem in Portugal produzierten Masken. Doch ohne FFP2-Zulassungen brach das Geschäft ein. Weil er gut vernetzt sei, hätte das Personal größtenteils wieder eine Stelle gefunden, so Schröder. Er selbst bleibt Diakon beim Waldfriedhof Trauberg in Esselbach.

Für das angemietete Areal mit Lagerhallen und Verwaltungsgebäude zeichne sich laut Schröder eine Nachnutzung ab. Der Eigentümer des nach Karsbach verlegten OSMA WERM Grosshandels für Kosmetik und Kleinpreisartikel werde wieder neu vermieten.

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