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Kardinal Marx zum Friedenspreis: "Gemeinsam Frieden stiften" | BR24

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Der Münchner Kardinal Reinhard Marx und der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strom freuen sich über die gemeinsame Auszeichnung mit dem Augsburger Friedenspreis.

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Kardinal Marx zum Friedenspreis: "Gemeinsam Frieden stiften"

Kardinal Marx und Landesbischof Bedford-Strom erhalten heute den Augsburger Friedenspreis. Beide Würdenträger hoffen im Interview mit Bayern 2, noch ein gemeinsames Abendmahl von Katholiken und Protestanten erleben zu dürfen.

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Von
  • Iris Härdle
"Es ist ein gutes Zeichen dafür, dass wir als christliche Kirchen gemeinsam Frieden stiften wollen, Brücken bauen wollen, Hoffnung geben wollen." Kardinal Reinhard Marx

Marx hofft, gemeinsames Abendmahl noch zu erleben

Zur Absage des Vatikans zu gemeinsamen Abendmahlsfeiern von Katholiken und Protestanten erklärte Marx, es sei ein mühsames Weitergehen. Er sei aber guter Hoffnung, das noch zu erleben. "Wir sind schon sehr weit vorangeschritten", sagt Marx. Die Ökumene dürfe man aber nicht nur daran messen, wann das gemeinsame Abendmahl stattfindet und alles andere nicht mehr in den Blick zu nehmen. Das sei nicht gerecht. "Wir haben so viel Gemeinsames getan und Zeichen der Toleranz und Wertschätzung gesetzt", findet Marx.

Diskussion noch nicht am Ende

Der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm zeigte sich zwar enttäuscht über die Absage aus Rom, betonte aber, dass die Diskussion noch nicht am Ende sei. "Das ist eine Spur, die werden wir weiterverfolgen," sagte der Landesbischof und er unterstrich, wie weit man seit der Reformation schon gekommen sei. "Jetzt sind wir so nah beieinander. Ich spüre einen ganz starken Willen, auch in der deutschen katholischen Bischofskonferenz, an dieser Stelle weiterzukommen. Wir wollen es beide noch erleben."

"Wir werden nicht locker lassen, das kann ich versprechen." Landesbischof Heinrich Bedford-Strom

Marx: Ökumene heißt auch, Verschiedenheiten auszuhalten

Marx verwies darauf, dass die katholische Kirche in diesem Punkt immer den "schwarzen Peter" habe. "Die anderen wollen und wir sagen nein. Es geht aber auch in der Ökumene nur, wenn wir die Position der anderen versuchen zu verstehen. Verschiedenheiten können wir auch mal aushalten."

Ebenso wie Bedford-Strohm will Marx die Ökumene weiter voranbringen und er betonte: "Ich würde schon gern noch erleben, dass wir als Christen gemeinsam die Eucharistie feiern, ohne, dass wir eine Einheitskirche werden."

Augsburger Friedenspreis als Doppel-Auszeichung

Für ihren Einsatz für das Miteinander der Religionen erhalten Kardinal Reinhard Marx und den evangelischen Landesbischof Bedford-Strohm heute den diesjährigen Friedenspreis der Stadt Augsburg. Die Laudatio hält der frühere Bundespräsident Joachim Gauck.

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