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Homosexualität - in der katholischen Kirche seit Jahren ein Streitthema. Nun, ein Paukenschlag des Vatikan: Priester dürften gleichgeschlechtliche Paare nicht segnen, weil Gott "Sünde nicht segnen kann". Die Reaktionen in Bayern sind gemischt.

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Kardinal Marx zu Homo-Segnung: Letztes Wort nicht gesprochen

Homosexualität - in der katholischen Kirche seit Jahren ein Streitthema. Nun, ein Paukenschlag des Vatikan: Priester dürften gleichgeschlechtliche Paare nicht segnen, weil Gott "Sünde nicht segnen kann". Die Reaktionen in Bayern fallen gemischt aus.

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Von
  • Julia Mumelter
  • Martin Jarde

Es war Montagmittag als eine Nachricht aus dem Vatikan wie eine Bombe unter deutschen Katholiken einschlug: Die Glaubenskongregation der katholischen Kirche lehnte in einem Schreiben sehr deutlich die Segnung homosexueller Paare ab. Begründung: Geistliche dürften homosexuelle Paare nicht segnen, weil Gott "Sünde nicht segnen kann".

Kardinal Marx: Haltung des Vatikan bekannt ...

Roma locuta, causa finita - Rom hat gesprochen, die Sache ist erledigt. So heißt es traditionell in der katholischen Kirche. Doch für das Nein der römischen Glaubenskongregation zur Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften gilt das offenkundig nicht.

So ist die Position Roms für Kardinal Reinhard Marx, den Vorsitzender der Freisinger Bischofskonferenz, nicht überraschend. Die Haltung des Vatikans sei bekannt, sagte er im Gespräch mit dem BR: Eine homosexuelle Beziehung ist nicht gleichzusetzen mit einer Ehe zwischen Mann und Frau.

... über alles Weitere müsse man durchaus reden

Über alles Weitere müsse man aber durchaus reden, so der Kardinal: "Ob die homosexuelle Beziehung, die wirklich in Liebe gelebt wird, in der man füreinander da ist, in Treue, nicht auch einen guten Wert hat und haben kann, das muss man sicher noch weiter diskutieren. Und da denke ich, ist das nicht das letzte Wort darüber nachzudenken."

Bischöfe von Regensburg und Passau begrüßen Klarstellung zu Homo-Segnung

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer und sein Passauer Amtsbruder Stefan Oster begrüßen das Papier des Vatikan und danken für die Klarstellung. Mit ihrer Antwort, so Bischof Voderholzer, bekräftige die Kongregation die Lehre des nachsynodalen Schreibens "Amoris laetitia".

Darin hatte der Papst ausgeführt: "Was die Pläne betrifft, die Verbindungen zwischen homosexuellen Personen der Ehe gleichzustellen, gibt es keinerlei Fundament dafür, zwischen den homosexuellen Lebensgemeinschaften und dem Plan Gottes über Ehe und Familie Analogien herzustellen, auch nicht in einem weiteren Sinn."

Unmut in sozialen Netzwerken: Regenbogen im Profilbild

Unmut gibt es in den sozialen Netzwerken: Bei Facebook etwa protestieren zahlreiche User gegen das Nein zur Segnung homosexueller Paare: mit einem Regenbogen um ihr Profilbild.

Die sogenannte Pfarrer-Initiative in Österreich will das vatikanische Verbot ignorieren und weiter gleichgeschlechtliche Paare segnen. Sie sehe einen "Rückfall in Zeiten, die wir mit Papst Franziskus als überwunden gehofft hatten", heißt es in einer Pressemitteiltung vom Dienstag. Man werde "auch in Zukunft kein liebendes Paar zurückweisen, das darum bittet, den Segen Gottes, den sie alltäglich erleben, auch gottesdienstlich zu feiern".

Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz "nicht glücklich"

Bereits am Montag hatte sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, "nicht glücklich" über die Erklärung gezeigt. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) reagierte enttäuscht. Das Katholische LSBT+Komitee machte sich für einen "pastoralen Ungehorsam" stark. Die Katholische jungen Gemeinde KjG protestierte gegen eine "ungleiche Behandlung homosexueller Liebender".

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