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Warum Röttgen Söder die Kanzlerschaft zutraut | BR24

© "Söder ist salonfähig", sagt Norbert Röttgen (CDU) beim Sonntags-Stammtisch im BR.

"Söder ist salonfähig", sagt Norbert Röttgen (CDU) beim Sonntags-Stammtisch im BR.

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Warum Röttgen Söder die Kanzlerschaft zutraut

Es sei "albern, so zu tun, als wäre das nicht eine realistische Möglichkeit": Am BR Sonntags-Stammtisch erklärt der Bewerber um den CDU-Vorsitz, Norbert Röttgen, warum er Markus Söder als Kanzlerkandidat der Union in Betracht ziehen würde.

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Die Überraschung war groß, als der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen vor Kurzem ganz offen sagte, sich Markus Söder als Kanzlerkandidaten der Union vorstellen zu können. Am Sonntags-Stammtisch im BR Fernsehen erklärte er nun: "Vielleicht war ich der Erste, der es ausgesprochen hat. Klar war es jedem."

Könnte Markus Söder 2021 Bundeskanzler werden?

Laut Umfragen ist die Zustimmung in der Bevölkerung für Söder groß, viele halten ihn für den geeigneten Kandidaten bei der Bundestagswahl 2021. Entsprechend sei es "albern, so zu tun, als wäre das nicht eine realistische Möglichkeit", meinte Röttgen.

Er selbst bewirbt sich um den CDU-Vorsitz und betonte in der Sendung den Unionsgedanken: "Natürlich muss der CDU-Vorsitzende beide Rollen können und wollen. Die eine will er, nämlich den Vorsitz und die Kanzlerkandidatur. Aber genauso muss ein CDU-Vorsitzender notfalls auch die andere Rolle annehmen können und wollen." Also einen Kandidaten der Schwesterpartei CSU zulassen und unterstützen.

Söder habe in der Corona-Krise bisher "eine gute Figur gemacht", sagte Röttgen. "Dafür wird er anerkannt in Bayern und jenseits von Bayern." Auch wenn Söder bisher betont, sein Platz sei in Bayern, könnte sich diese Position laut Röttgen zum Jahresende ändern. "Natürlich kommt das in Frage."

Kanzlerkandidat mit Perspektive

Politikwissenschaftlerin Ursula Münch bezeichnete es in der Sendung als "ungewöhnliche Konstellation", wenn der neue CDU-Vorsitzende nur kurze Zeit nach seiner Wahl einen CSU-Kanzlerkandidaten unterstützen würde. Dies könnte als Zeichen einer Parteikrise gewertet werden oder das Resultat einer sehr knappen Wahl sein.

Dem widersprach Norbert Röttgen. Es sei in jedem Fall eine "große Leistung", wenn es der Union nach Merkels 16-jähriger Kanzlerschaft gelinge, erneut ins Kanzleramt einzuziehen - auch mit einem CSU-Politiker. Dementsprechend müsse der Kandidat ausgewählt werden. Es gehe um eine mindestens zehnjährige Perspektive und einen Wettkampf zwischen Union und den Grünen. Über sich selbst sagte Norbert Röttgen: "Ich glaube, dass ich wettbewerbsfähig bin mit den Grünen."

Diskussion um Frauenquote in der CDU

Außer Röttgen haben sich bisher Friedrich Merz sowie NRW-Ministerpräsident Armin Laschet mit Gesundheitsminister Jens Spahn im Duo um den CDU-Vorsitz beworben. Auf einem Parteitag Anfang Dezember soll entschieden werden. Dann gehe es auch um eine inhaltliche Neuaufstellung, sagte Röttgen und nahm unter anderem Bezug auf die Diskussion um eine Frauenquote in der CDU.

"Wenn wir weiterhin so männlich bleiben, dann wird das unseren Charakter als Volkspartei gefährden", warnte Röttgen. "Es ist überfällig, dass wir zu anderen Ergebnissen kommen." Dementsprechend begrüßte er den Vorschlag der CDU-Satzungskommission, schrittweise bis 2025 eine Frauenquote von 50 Prozent in Führungsgremien verpflichtend zu machen.

Auch wenn er selbst normalerweise kein Fan von Quoten sei, habe die Erfahrung mit freiwilligen Verpflichtungen doch gezeigt, dass sich nichts ändert. Sollte er Parteivorsitzender werden, will Röttgen daher auch einen Sonderparteitag nur zu Frauenthemen ansetzen.

Dass Markus Söder kurz nach seiner Wahl zum CSU-Vorsitzenden mit einer Frauenquote in der CSU scheiterte, ist laut Norbert Röttgen kein schlechtes Vorzeichen für eine Abstimmung in der eigenen Partei: "Diese Niederlage wird der neue CDU-Vorsitzende nicht erleiden."

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