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Die Plattlinger Isarwelle lockt viele Surfer und Kanufahrer an. Die Welle ist international bekannt. Doch so leicht wie es bei den Profis aussieht, ist Kanufahren nicht. Ein Selbstversuch zeigt: Das ist ein Knochenjob!

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Kanufahren auf der Plattlinger Isarwelle: ein Knochenjob

Die Plattlinger Isarwelle lockt viele Surfer und Kanufahrer an. Die Welle ist international bekannt. Doch so leicht wie es bei den Profis aussieht, ist Kanufahren nicht. Ein Selbstversuch zeigt: Das ist ein Knochenjob!

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Von
  • Sarah Beham
  • BR24 Redaktion

Ein Paddel, ein Kanu und ein Salto nach dem anderen: an der Plattlinger Isar-Welle zeigt Thomas Hinkel, was er kann. Er ist Deutscher Meister im Kanu-Freestyle. Von außen sehen seine Sprünge, Drehungen und Überschläge spektakulär und einfach zugleich aus. Doch dahinter steckt jahrelange Übung.

Plattlinger Isarwelle: Wildwasser-Feeling

Ich - Sarah Beham, Korrespondentin des Bayerischen Rundfunks - wage mich als blutige Anfängerin in die Isar-Welle, Hinkel ist mein Lehrer.

Die Plattlinger Sohlschwelle ist international bekannt - hier fanden schon Weltmeisterschaften statt. Mit der breiten Walze bietet die Welle ideale Bedingungen, ähnlich dem Wildwasser - perfekt für Anfänger.

Selbstversuch Kanufahren: Von der Strömung mitgerissen

Mit Helm, Schwimmweste und Neoprenanzug sitze ich im wackeligen Anfängerboot. Der weiße Schaum der Welle kommt immer näher. Hinkel gibt letzte Tipps: "Du musst das Boot gut mit der Hüfte stabilisieren. Das Paddel bleibt fest in der rechten Hand und dann kräftig lospaddeln."

Das klingt einfach - ist es aber nicht. Ich nähere mich der Welle, schaffe es aber nicht, hinein zu lenken. Die Strömung ist zu gewaltig und reißt mich vom Boot. Ich merke, welche Kraft das Wasser hat. Von außen sehen die Tricks der Kanuten kinderleicht aus. Doch sie trainieren hart - viele von den Kanuten hier üben zusammen mit Hinkel. Er ist TSV-Leiter der Kanu-Abteilung und froh, an der Welle seinen Sport ausüben zu können.

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Sarah Beham und Thomas Hinkel beim Kanufahren auf der Isar

Kanu-Sport: Übung macht den Meister

Hinkels Tipp für Anfänger: Einen entfernten Brückenpfeiler fokussieren und sich in die Fluten stürzen. Doch auch das klappt nicht bei mir. Wieder falle ich ins Wasser - und schäme mich vor den anderen Sportlern. Doch zumindest gewinne ich die Erkenntnis: Ich bin das beste Beispiel dafür, um zu zeigen, was die Kanuten leisten. Das ist kein Schönwettersport, hier springt man nicht einfach schnell in die Welle. Da gehört Übung dazu, das ist Leistungssport.

Isarwelle: Besuchermagnet und Schauplatz für Wettkämpfe

Die Tricks der Kanuten locken täglich Besucher an die Welle. Nicht nur die Sportler profitieren von der Welle in Plattling, sondern die Stadt selbst. Die Welle: ein kleiner Tourismusmagnet und der ganze Stolz der Stadt. Dieses Jahr finden in Plattling die Deutschen Meisterschaften und die Qualifikationen für die EM statt. Die EM soll im Oktober in Paris stattfinden. Geplant sind die Qualis dafür in Plattling für Ende Juli. Doch wegen Corona könnte sich das alles nochmal verschieben.

Das Gefühl des Wellenreitens

Von einer Qualifikation für die EM bin ich weit entfernt. Doch Hinkel überzeugt nicht nur als Kanut, sondern auch als Lehrer. Ich schaffe es zumindest, mich ein paar Sekunden auf der Welle zu halten. Dieses Gefühl vom Wellenreiten ist unbeschreiblich. Jetzt verstehe ich, warum es die Wassersportler von überall nach Plattling an die Welle zieht - für diesen einen Moment.

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Die Plattlinger Isarwelle lockt viele Surfer und Kanufahrer an. Die Welle ist international bekannt. Doch so leicht wie es bei den Profis aussieht, ist Kanufahren nicht. Ein Selbstversuch zeigt: Das ist ein Knochenjob!

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