Die Augsburger Kanuten Sideris Tasiadis und Elena Lilik (geb. Apel) präsentieren das Maskottchen "Gustl" vor der Kulisse des Rathauses.
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Die Augsburger Kanuten Sideris Tasiadis und Elena Lilik (geb. Apel) präsentieren das Maskottchen "Gustl" vor der Kulisse des Rathauses.

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Kanu-WM in Augsburg lockt auch abseits des Sports

Kanu-WM in Augsburg lockt auch abseits des Sports

300 Sportler, 51 Nationen, zehn zu vergebende Goldmedaillen – das sind die Kennzahlen zur Kanu-WM. Und auch abseits des Sports haben sich die Veranstalter viel einfallen lassen. Das Programm soll für alle in der Stadt sein und das oft sogar umsonst.

Zum vierten Mal ist Augsburg in dieser Woche Austragungsort einer Kanu-WM, genau 50 Jahre nach den ersten Wettkämpfen auf dem Augsburger Eiskanal bei den Olympischen Spielen 1972 in München. Mit den Kanuten Ricarda Funk, Elena Lilik, Hannes Aigner und Sideris Tasiadis kämpfen bei dieser WM auch echte Augsburger Talente um die zehn möglichen Goldmedaillen.

WM-Eröffnungsfeier auf dem Rathausplatz

Auch wenn die Kanu-WM schon seit Monaten Gesprächsthema ist und die Gesichter der Augsburger Medaillenhoffnungen allgegenwärtig sind, zieht es längst nicht jeden Stadtbewohner zum Eiskanal und den sportlichen Wettkämpfen. Doch Kanu ist mit Augsburg verbunden wie kaum ein anderer Sport, und genau deshalb wollten die Organisatoren auch einen Wettbewerb organisieren, der alle Augsburger anspricht.

Schon die Eröffnung der Weltmeisterschaft wird deshalb nicht am Eiskanal gefeiert, sondern auf dem Augsburger Rathausplatz. Auf der Bühne werden die Stars der WM vorgestellt, es gibt einen Rückblick auf die Olympischen Spiele 1972 und auch viel Live-Musik. Das kulturelle Rahmenprogramm zieht sich über die ganze Stadt und die ganze Woche und soll Augsburgs Status als Unesco-Welterbe-Stadt gerecht werden.

Wasser verbindet Kultur und Sport

Das verbindende Element vieler Programmpunkte ist deshalb das Wasser. Es gibt Führungen zum Augsburger Wassermanagement-System und den Welterbestätten. Beim Kulturfestival "Water&Sound" treten kontemporäre Künstler aus der ganzen Welt auf, und Kinder können im Augsburger Stadtwald mit dem kleinen Wasserdrachen etwas über die Bedeutung von sauberem Trinkwasser lernen.

Augsburger Kanäle sollen zum Nachdenken anregen

Ein Teil des Programms soll die Besucherinnen und Besucher der Stadt zum Nachdenken anregen. Mit dazu gehören Kunstinstallationen an den Augsburger Kanälen. "Kanuancen" haben die Macherinnen und Macher das Werk genannt, das aus drei Teilen besteht: Einer Müllwelle, einer Altkleiderwelle und eine Welle, die auf soziale Ungleichheit hinweisen soll.

"Wir versuchen, ein gewisses Bewusstsein in der Bevölkerung zu schaffen für das Thema Fast Fashion, für das Thema Solidarität, für das Thema Müll, auch eben in öffentlichen Gewässern. Wir haben viele städtische Kanäle in Augsburg. Was da so unterm Jahr drin landet, das wollen wir aufbereiten", erklärt Manuel Schill, der Verantwortliche für das kulturelle Rahmenprogramm der Kanu-WM. Ungeplant weist die Müllwelle in diesem Jahr noch auf ein anderes Thema hin: die Wasserknappheit. Denn aufgrund des niedrigen Wasserstandes in den Augsburger Kanälen kann die Installation nicht so wie ursprünglich geplant aufgebaut werden.

Bildrechte: BR/René Kirsch

Im Schwallbach in der Augsburger Altstadt wird anlässlich der Kanu-WM 2022 eine Müllwelle aufgebaut.

WM-Helden werden auf dem Augsburger Rathausplatz gefeiert

Doch natürlich soll die Kanu-WM auch einfach Spaß machen. Der Augsburger Rathausplatz wird deshalb die ganze Woche bespielt, unter anderem mit dem Straßenkünstler-Festival La Strada oder am Wochenende mit einer Sonderausgabe des Modular-Festivals. Wer möchte, kann sich außerdem für eine Runde Yoga im Park anmelden oder beim Bastelcafé kreativ werden. Der Bayerische Rundfunk berichtet am 30. und 31.07. live von der Kanu-WM. Den krönenden Abschluss der WM-Woche bildet dann die Zeremonie am Sonntagnachmittag mit der großen Siegerehrung der WM-Stars mitten auf dem Augsburger Rathausplatz.

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