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Kampfhunde gegen Wölfe | BR24

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Herdenschutzhund mit Schafen

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    Kampfhunde gegen Wölfe

    Seit es wieder Wölfe in Bayern gibt, fürchten die 6.500 Schafhalter in Bayern um ihre Tiere. Schäfer Johannes Rudorf in Tirschenreuth hat sich spanische Mastins gekauft. Doch die Tiere sind teuer und Kampfhunde. Birgit Fürst und Christine Schneider

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    Dass Hunde Schaf- und Ziegenherden begleiten, ist nichts Ungewöhnliches. Hütehunde treiben die Herde voran, passen auf, dass alle Tiere zusammen bleiben und sich keines verläuft. Hütehunde zwicken auch mal ein Schaf, deshalb haben die Schafe Respekt vor ihnen. Doch die Herde von Schäfer Johannes Rudorf in der nördlichen Oberpfalz wird zusätzlich von Herdenschutzhunden begleitet, hierzulande eine Seltenheit. Es sind spanische Mastiffs, Mastin Espanols. Sie leben Tag und Nacht mit den Schafen und Ziegen zusammen.

    Herdenschutzhunde sind Kampfhunde

    In Bayern gelten die Mastins außerdem als Kampfhunde und deshalb dürfen sie nicht frei laufen. Damit beschäftigt sich gerade das Innenministerium. Und der Schäfer verstößt gegen Tierschutzvorschriften, weil für Nutztiere andere Richtlinien gelten als für Haustiere. Schafe darf man hinter einem Elektrozaun halten, Hunde nicht. Das sind Themen, die noch nicht geklärt sind.

    Zaun als Schutzmaßnahme

    Aber Johannes Rudorf schützt seine Schafe und Ziegen auch mit einem Zaun. Um Wölfe abzuhalten, raten Experten, einen doppelten Zaun aufzustellen, in einem Abstand von etwa fünf Metern. Ein Wolf springt nicht gerne. Und der äußere Zaunring hält ihn von der Herde so weit fern, dass die Tiere nicht in Panik geraten. Doch auch das sind teure Investitionen für die Tierhalter.

    Zu wenig Unterstützung vom Staat?

    Nicht nur Schäfer, auch Rinderhalter mit Weidetieren, vor allem im Voralpenland, klagen in Sachen Wolf über mangelnde Unterstützung vom Staat. Für Zäune und Herdenschutzhunde gibt es bisher nur Beratungsangebote, nur in ausgewählten Pilotprojekten wird leihweise Zaunmaterial zur Verfügung gestellt. Die grundsätzliche Frage ist, ob derzeit überhaupt Herdenschutzmaßnahmen nötig sind. Denn die Zahl der Wölfe ist gering. Nach Angaben des Landesamts für Umwelt gibt es auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr in der Oberpfalz und im Nationalpark Bayerischer Wald jeweils ein Wolfspaar.