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Kampf um Wasser: Menschenrechtspreis für Rodrigo Mundaca | BR24

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Rodrigo Mundaca aus Chile kämpft seit Jahren für den freien Zugang zu Wasser – trotz Morddrohungen und Verfolgung.

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Kampf um Wasser: Menschenrechtspreis für Rodrigo Mundaca

Der Internationale Nürnberger Menschenrechtspreis 2019 geht an Rodrigo Mundaca aus Chile. Der Aktivist und Agraringenieur kämpfe seit Jahren für den freien Zugang zu Wasser – trotz Morddrohungen und Verfolgung, so die Jury.

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Durch seinen Kampf für den freien Zugang zu Wasser in der Region Petorca, nördlich von Santiago de Chile, sei Rodrigo Mundaca permanent Einschüchterungen und Verfolgungen ausgesetzt, heißt es in der Begründung der Jury um Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly. So habe der 57 Jahre alte Aktivist in nur zwei Jahren 24 Mal vor Gericht gestanden. 2015 sei er auf offener Straße zusammengeschlagen worden, die Polizei habe aber niemals ermittelt. Auch Morddrohungen habe er schon erhalten und in einem Versteck leben müssen. Aktuell stehe Mundaca unter Polizeischutz.

Auszeichnung soll schützen

Der Menschenrechtspreis würdige daher einen Aktivisten, "der sich mit bewundernswertem Mut für das fundamentale Recht auf Wasser einsetzt". Die Ehrung soll Rodrigo Mundaca unter anderem den notwendigen Schutz geben, sein Engagement unter weniger Gefahren fortzusetzen, teilte die Jury mit. Der Internationale Nürnberger Menschenrechtspreis 2019 wird am 22. September im Nürnberger Opernhaus verliehen.

Hintergrund: Wasserrechte

In Mundacas Heimat-Region schwelen zahlreiche Konflikte zwischen großen Agrarunternehmen, die Avocados und Zitrusfrüchte für den Export produzieren auf der einen Seite und lokalen Kleinbauern auf der anderen Seite. Laut Jury sind neunzig Prozent der Wasserrechte in Chile privatisiert – was dazu führt, dass Unternehmen das Wasser aus den Flüssen, vor allem auf Avocado-Plantagen und in private Brunnen ableiten. Für den freien Zugang zu Wasser engagiert sich Mundaca als Generalsekretär der "Bewegung zur Verteidigung des Zugangs zu Wasser, der Erde und des Umweltschutzes" ("Movimiento de Defensa por el protección del Medio Ambiente", kurz "MODATIMA").

Stichwort: Menschenrecht auf sauberes Wasser

Der Zugang zu sauberem Wasser ist seit 2010 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen als Menschenrecht anerkannt. Dennoch haben Schätzungen zufolge rund 660 Millionen Menschen weltweit keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

© picture-alliance/dpa

Frauen in Chile tragen Wasserflaschen

Den Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis vergibt die Stadt Nürnberg seit 1995 alle zwei Jahre an Personen, die sich zum Teil unter erheblichen persönlichen Risiken für die Wahrung der Menschenrechte einsetzen. Der Preis ist laut Satzung ein Symbol dafür, dass von Nürnberg, der einstigen Stadt der nationalsozialistischen Reichsparteitage und der menschenverachtenden NS-Rassegesetze, "in Gegenwart und Zukunft nur noch Signale des Friedens und der Völkerverständigung ausgehen". Er ist mit 15.000 Euro dotiert.